Sport : Nur Ballack ist sicher

Klinsmann hat bis zur WM noch einiges zu tun – eine Serie von Problemen, Teil zwei: das Mittelfeld

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Mit der Entscheidung in der Torwartfrage hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann ein Problem gelöst, von dem Assistent Joachim Löw gesagt hat: „Das würden wir uns auf anderen Positionen auch wünschen.“ In den anderen Mannschaftsteilen sieht es weniger gut aus. Eine Serie von Problemen, Teil zwei: das Mittelfeld.

Die Reaktionen, nachdem sich Sebastian Deisler erneut schwer am Knie verletzt hatte, waren bezeichnend. „Das ist ein Schock für uns, aber vor allem für Sebastian“, sagte Jürgen Klinsmann, als er erfahren hatte, dass Deisler bei der Weltmeisterschaft nicht dabei sein wird. Die Sorge um die Karriere Deislers war größer als die, bei der WM ohne ihn auskommen zu müssen. Der Bundestrainer hat im Vergleich zu Abwehr und Angriff im Mittelfeld die meisten personellen Alternativen zur Verfügung. Sein größtes Problem besteht hier darin, die zu den anderen Mannschaftsteilen und zum jeweiligen Gegner passende Auswahl zu treffen.

Seinen Platz ganz sicher hat nur Michael Ballack, bei dem lediglich die Frage offen ist, ob er eines Tages tatsächlich seinen Wechsel zum FC Chelsea bekannt geben wird und dann unbelastet das deutsche Team anführen kann. Auf der defensiven zentralen Position ist eigentlich der Bremer Torsten Frings gesetzt. Allerdings hat er diese Rolle zum Beispiel beim 1:4 gegen Italien sehr offensiv interpretiert. Das mag eine taktische Vorgabe des Bundestrainers gewesen sein, ging aber daneben.

Spielt Klinsmann mit zwei seiner unerfahrenen Innenverteidiger, könnte vor der Abwehr auch der Dortmunder Sebastian Kehl zum Einsatz kommen, der sich mehr auf die Defensive beschränkt. Auch Fabian Ernst kann diesen Part übernehmen. Die offensive Grundeinstellung Klinsmanns haben alle Kandidaten im Mittelfeld verinnerlicht und, was wichtiger ist, sie sind auch in der Lage, sie spielerisch umzusetzen. Die noch offene Aufgabe besteht nun darin, auch für verschiedene Aufstellungsvarianten die jeweils richtige Abstimmung zu erarbeiten, denn auf den anderen Positionen im Mittelfeld sind mehrere Möglichkeiten denkbar. Keine davon ist eingespielt, und das ist für eine Mannschaft, die schnell den Ball gewinnen und schnell nach vorne spielen will, ein großer Vorteil.

Bastian Schweinsteiger und Bernd Schneider können auf beiden Seiten spielen, auch Tim Borowski ist fast überall einsetzbar, einzig Paul Freier ist Spezialist für die rechte Seite. Der Gegner, die aktuelle Form, die Erfüllung der konkreten taktischen Vorgaben: Über die Aufstellung im Mittelfeld wird Klinsmann anhand von Kriterien entscheiden können, die sich ein Trainer wünscht. klapp

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