Sport : Nur hüpfen ist schöner

Unions Stürmer John Jairo Mosquera erzielt beim 1:1 gegen Aue sein erstes Tor nach neun Monaten

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Auf und davon. Unions John Jairo Mosquera traf gegen Aue endlich wieder und war anschließend kaum zu bremsen. Foto: dpa
Auf und davon. Unions John Jairo Mosquera traf gegen Aue endlich wieder und war anschließend kaum zu bremsen. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - In diesem Moment war kein Weg zu weit. Über das halbe Spielfeld rannte John Jairo Mosquera in einem Tempo, das jedem Sprinter zu Ruhm und Ehre gereicht hätte. Sein Trikot streifte er ab, und die Kollegen, die ihn so dringend herzen wollten, konnten Mosquera nicht folgen. Der Stürmer des 1. FC Union suchte nur einen: seinen Trainer. An der Seitenlinie angekommen, hüpfte er mit Uwe Neuhaus um die Wette. Seit einer fußballerischen Ewigkeit hatte John Jairo Mosquera nicht mehr für den Berliner Zweitligisten getroffen. Beim 1:1 (1:1) am Freitagabend gegen Erzgebirge Aue erzielte der Kolumbianer seinen ersten Pflichtspieltreffer nach neun trüben Monaten.

Und Mosquera wusste, bei wem er sich dafür zu bedanken hatte. Denn dass Unions Coach ihn nach den vielen vermasselten Auftritten in der jüngeren Vergangenheit überhaupt aufgestellt hatte, grenzte an ein kleines Köpenicker Wunder. „Ich war immer von ihm überzeugt“, sagte Neuhaus, „er hat viel gearbeitet und sich Chancen herausgespielt.“ In der neunten Minute war es, als der 22 Jahre alte Angreifer gegen Aue gleich die erste Möglichkeit verwandelte – und sich erst all seiner Sorgen und dann seines Trikots entledigte. Mit einem Schuss ins linke untere Eck überwand Mosquera den sonst sehr tapferen Martin Männel im Tor des FC Erzgebirge Aue.

Damit brachte Mosquera seine Unioner wieder zurück in die Partie. 0:1 hatten diese davor nämlich schon zurückgelegen, weil sie den Anfang der Partie kollektiv verschlafen hatten. Gerade mal 75 Sekunden war der Ball vor 16 927 Zuschauern gerollt, da hatte Marc Hensel mit freundlicher Mithilfe von Unions Keeper Jan Glinker das erste Tor des Abends geschossen. Doch statt sich davon schocken zu lassen, spielte Union jetzt mutig nach vorne und war nicht nur nach Ansicht des Auer Trainers Rico Schmitt „aggressiver und bissiger“. Auch und vor allem Mosquera, der kurz vor der Halbzeitpause einmal mit dem Kopf und dann mit dem Fuß scheiterte. „Er hätte das Spiel eigentlich entscheiden müssen“, sagte Trainer Neuhaus.

Da waren sie also wieder, die vielen vergebenen Möglichkeiten auf Seiten der Köpenicker. Zuletzt hatte die Mannschaft gleich reihenweise ihre Gelegenheiten vergeben. „Das ist das Einzige, was ich diesmal bemängeln kann“, befand Unions Coach, „ansonsten hat mein Team Vollgas gegeben und um jeden Quadratzentimeter gekämpft.“ Paul Thomik, Torsten Mattuschka und Karim Benyamina: So hießen die unglücklichen Berliner Profis an diesem kühlen Freitagabend im Stadion An der Alten Försterei. Thomik sagte nach dem Spiel: „Ich habe eigentlich gedacht, dass wir es noch packen können. So aber sind wir enttäuscht. Wir haben zwei Punkte verschenkt.“

Im Sturm fehlte Union das Glück – und in der Abwehr irgendwann das Stammpersonal. Innenverteidiger Ahmed Madouni verletzte sich in der 52. Minute so schwer, dass er den Platz auf der Trage verlassen musste. Daniel Göhlert ersetzte ihn, beschäftigt wurde auch er jedoch nur bedingt. Nur einmal kamen die Gäste noch überaus gefährlich vor das Köpenicker Tor, während auf der anderen des Spielfeldes immer noch hektische Betriebsamkeit herrschte. Auch John Jairo Mosquera lief kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal ganz allein aufs Tor zu. Vergebens. Aber schon über seinen einen Treffer freute sich der Kolumbianer so sehr, dass er am Abend selbst nichts mehr dazu sagen konnte. Ihm fehlten wohl die Worte.

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