Sport : Nur kein böses Erwachen in Dortmund

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident): "Kämpferisch war unsere Mannschaft sehr engagiert. Das Ausgleichstor war mehr als gerecht. Wir haben jetzt eine gute Basis für das Rückspiel. In der zweiten Halbzeit waren wir eindeutig besser."

Franz Beckenbauer (Präsident Bayern München): "Mit dem 1:1 kann man leben. Das war heute auf jeden Fall eine Leistungssteigerung gegenüber den letzten Monaten. Man kann nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit der spielerischen Leistung zufrieden sein. Unsere Mannschaft hat sich dieses Ergebnis redlich verdient. Mit ein bisserl Glück hätten wir sogar gewinnen können. Es war ein richtiges Kampfspiel, in dem man keine spielerischen Höhepunkte erwarten konnte. Immerhin ging es um eine WM-Qualifikation. Jetzt ist es für Rudi Völler wichtig, die Mannschaft regenerieren zu lassen und für das Rückspiel richtig einzustellen. Tatbestand ist, dass wir mit einem 0:0 im Rückspiel zur WM fahren. Das klingt zwar beruhigend, ist aber keine Garantie."

Karl-Heinz Rummenigge (Vizepräsident Bayern München): "Das Auswärtstor zählt doppelt. Theoretisch reicht im Rückspiel ein 0:0. Dennoch ist Vorsicht geboten, damit wir in Dortmund kein böses Erwachen erleben."

Reiner Calmund (Manager Bayer Leverkusen): "Die Mannschaft hat alles gegeben. Eine bessere Ausgangsposition kann man sich nicht wünschen. Die Mannschaft hat hervorragend gekämpft. Sie hatte eine kompakte Abwehr und ein sehr fleißiges Mittelfeld."

Leonid Burgik (Kotrainer Ukraine): "Die Chancen stehen nach diesem Spiel für beide Mannschaften gleich. Nun wird alles in Dortmund entschieden."

Oliver Kahn: "Es ist nicht einfach, vor mehr als 80 000 Zuschauer in einem ausverkauften Stadion zu spielen, wenn es um die WM-Qualifikation geht. Ich denke, wir haben jetzt eine gute Ausgangsposition, aber es wird noch ein hartes Stück Arbeit. Taktisch war unsere Leistung okay, im ersten Spiel muss man sehen, dass man ein gutes Ergebnis erzielt. Ich weiß, was die Jungs drauf haben. Das werden wir auch am Mittwoch zeigen und das Spiel für uns entscheiden."

Alexander Zickler: "Wir wollten hinten sicher stehen. Das haben wir geschafft. Aber es wird in Dortmund trotzdem nicht einfach. Wir dürfen die Ukraine nicht unterschätzen."

Marko Rehmer: "Das 1:1 auswärts ist eine ordentliche Ausgangsposition, aber wir müssen jetzt die Spannung weiter behalten und im Rückspiel genauso aggressiv spielen."

Jens Nowotny: "Klar ist, wenn wir von Beginn an so gespielt hätten wie nach einer halben Stunde, wäre sogar ein Sieg drin gewesen."

Einzelkritik

Oliver Kahn: Der Einpeitscher und Antreiber. Der Kapitän rettete zweimal im großen Stil gegen Schewtschenko (33. Minute). Ein Erfolgs-Garant.

Marko Rehmer: Mit Abstand bester deutscher Defensivspieler. Lief seinen Gegenspielern viele Bälle ab, dazu offensiv sehr agil und gefährlich wie bei den Kopfbällen (26./Latte und 55.).

Jens Nowotny: Einige Male gegen die schnellen Ukrainer in Bedrängnis, schaltet beim 0:1 zu spät. Später stabiler, mit mehr Akzenten nach vorn.

Thomas Linke: Für Wörns in die Anfangself gekommen. Direkt am Mann stark, im Stellungsspiel mit leichten Problemen. Enorm kopfballstark, verpasste mit Pech ein Tor (26.).

Christian Ziege: Begann total nervös, fand dann aber etwas mehr Sicherheit, ohne überzeugen zu können. Mutiger Direktschuss (24.). Bei Freistoß-Eingaben und Flanken zu unkonzentriert.

Bernd Schneider: Bester deutscher Feldspieler - und das nach zwei Jahren ohne Länderspiel. Gefährliche Standards. Bereitete Ausgleich vor.

Carsten Ramelow: Erfüllte als Arbeiter und Zerstörer seine Aufgabe. Vor der Pause stark gegen Schewtschenko. Unerbittlich in Zweikämpfen.

Dietmar Hamann: Licht und Schatten beim Liverpooler: Sehr engagiert und einsatzstark. Aber auch Probleme beim Timing in den Zweikämpfen.

Michael Ballack: Beste Aktion bei seinem Tor. Bei vielen gefährlichen Zügen dabei beteiligt, aber auch Lässigkeiten.

Gerald Asamoah: Als Stürmer mühte sich der Schalker pausenlos, rackerte, kämpfte und sicherte den Ball. Es fehlte die absolute Torgefahr.

Alexander Zickler: Seine Konterstärke konnte er nie ausspielen. Der Münchner konnte die Bälle kaum behaupten. Musste später Jancker weichen.

Carsten Jancker: Comeback nach fast acht Wochen Verletzungspause. Brachte sofort seine Stärken ein, sicherte den Ball, setzte sich stark ein.

Lars Ricken: Kam erst in der 79. Minute für Schneider, konnte keine Akzente mehr setzen.

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