Nur mit Werder Bremen erfolgreich : Thomas Schaaf: Lebenslang Grün-Weiß

Anders als Jürgen Klopp, der es geschafft hat, sich von Mainz zu emanzipieren, wird Thomas Schaaf Bremen einfach nicht los. Nach Frankfurt scheiterte der Trainer nun auch in Hannover. Ein Kommentar.

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Einst die größte Nummer auf dem deutschen Trainermarkt: Thomas Schaaf.
Einst die größte Nummer auf dem deutschen Trainermarkt: Thomas Schaaf.Foto: Imago

Am Mittwoch hat Hannover 96 endlich klare Verhältnisse geschaffen – woraufhin sich die Verantwortlichen am Donnerstag noch einmal zu einer Klarstellung genötigt sahen. Am Mittwoch hatte der Klub bekannt gegeben, dass Trainer Thomas Schaaf Hannover 96 im Falle eines Abstiegs verlassen werde. Am Donnerstag ergänzte Schaaf, dass er auf jeden Fall bis zum Saisonende bleiben werde. Die Klarstellung war deshalb notwendig geworden, weil ein paar spitzfindige Geister gefragt hatten, was denn passiere, wenn der Abstieg vorzeitig feststehe. Mit etwas bösem Willen kann man das durchaus so deuten, dass es einigen in Hannover gar nicht schnell genug gehen kann, Schaaf wieder loszuwerden.

Das ist eine beachtliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Schaaf vor der Entdeckung Jürgen Klopps noch die größte Nummer auf dem deutschen Trainermarkt war. Schaaf hat Titel gewonnen, er hat einen Klub mit beschränkten Möglichkeiten regelmäßig in den Europapokal geführt und das Publikum mit attraktivem Offensivfußball begeistert – alles mit Werder Bremen. Seit Bremen aber jagt er vergeblich seinem Glück hinterher. Bei Eintracht Frankfurt hat er mit dem Umfeld gefremdelt. In Hannover wird ihm der Neuaufbau in der Zweiten Liga offensichtlich nicht zugetraut, und für den Job des Feuerwehrmanns hat er sich mit neun Niederlagen in zehn Spielen seit seinem Amtsantritt bei 96 für immer und ewig diskreditiert. Was bleibt da also noch?

Anders als Jürgen Klopp, der es geschafft hat, sich von Mainz zu emanzipieren, wird Schaaf Bremen einfach nicht los. Er ist – um den Titel einer Vereinshymne zu zitieren – lebenslang Grün-Weiß und zählt damit zu jener Spezies von Trainern, die offenbar nur in einem geschützten Biotop erfolgreich sind. Winfried Schäfer war auch so ein Fall. Nach seiner Zeit beim Karlsruher SC ist er nirgends in Deutschland wieder richtig glücklich geworden. Oder Holger Stanislawski, der Mister St. Pauli, der es weder in Hoffenheim noch in Köln richtig lange ausgehalten hat. Bei Hannover 96 soll Stanislawski jetzt aussichtsreicher Kandidat für den Trainerposten sein.

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