Nur noch Ersatz : Jan Glinkers gefühlter Abstieg

Torwart Jan Glinker hat nach fünf Jahren im Tor des 1. FC Union seinen Stammplatz an Marcel Höttecke verloren. Eine Situation, an die sich die neue Nummer zwei erst gewöhnen muss.

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Jan Glinker fliegt bis auf weiteres nur noch im Training den Bällen hinterher.
Jan Glinker fliegt bis auf weiteres nur noch im Training den Bällen hinterher.Foto: dpa

Berlin - Es war ein Bild der Gegensätze, das sich am Sonntag am Mittelkreis des Spielfeldes darbot. Hier feierte eine Mannschaft ausgelassen einen in der Nachspielzeit ergatterten 2:1-Sieg. Und nebendran stand ein Spieler in dicker schwarzer Jacke, dem so gar nicht zum Jubeln zumute war. Jan Glinker machte ein Gesicht, als wäre er mit dem 1. FC Union gerade abgestiegen. Kein Wunder, war der Torhüter doch erstmals zum Reservisten degradiert worden. Fünf Jahre lang hatte Glinker einen Stammplatz bei den Köpenickern inne, bevor er im Zweitligaspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen durch Marcel Höttecke ausgetauscht wurde.

Bei einer so langen Zeit überlegt man als Trainer lieber zweimal, ob man jemand anderem den Vortritt lässt. Doch wenn Uwe Neuhaus Zugang Marcel Höttecke nicht zu diesem Zeitpunkt gebracht hätte, dann hätte er ihn „auch gleich verbrennen können“ – so jedenfalls erklärt es Unions Coach selbst. Was Neuhaus meint, sind die Aussetzer von Hötteckes Kontrahenten Jan Glinker, der zuletzt dreimal in Serie geschwächelt hatte. Nicht von ungefähr rechnete Marcel Höttecke im Gegensatz zu den meisten Beobachtern schon „seit drei bis vier Wochen“ mit seinem Einsatz. Er habe immer hart gearbeitet, sagte der 23-Jährige, „und wer gut trainiert, der spielt auch gut“.

Marcel Höttecke hat gut gespielt, Jan Glinker hat das Nachsehen. Zumindest an letzterem wird sich in naher Zukunft auch nichts ändern, denn Uwe Neuhaus wird auch in den kommenden Begegnungen seinem Neuem vertrauen. „Solange ich hier bin, hat Jan jeden Konkurrenzkampf gewonnen. Jetzt sieht er sich einer anderen Situation ausgesetzt“, sagt Neuhaus. Anders als sonst muss sich der 26-Jährige jetzt hinten anstellen.

Jan Glinker wird deshalb nicht lauthals ausrasten, das ist nicht seine Art. Er weiß um seine Fehler – und wird beim Rat seines Trainers genau hingehört haben. „Jan sollte den Konkurrenzkampf nicht so führen, wie Marcel Höttecke zu Beginn seines Dienstantritts im Sommer geführt hat“, sagte Uwe Neuhaus. Im Sommer ließ der Druck den neuen Torwart des 1. FC Union ziemlich verkrampft agieren. Am Sonntagnachmittag tanzte Marcel Höttecke nun inmitten seines Teams. Ganz locker.

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