Sport : Nur Pohlers trifft im Grottenspiel

DFB-Frauen bezwingen Norwegen glücklich 1:0

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Warrington Ein Versuch kann ja nie schaden. Also riskierte Ingvild Stensland einen kurzen Blick, dann schoss sie den Ball gefühlvoll in Richtung der Wolken über der englischen Stadt Warrington. Die luftige Aktion der norwegischen Fußball-Nationalspielerin, die von Turbine Potsdam umworben wird, war sehr wohl durchdacht – und zielgerichtet. Rund 45 Meter weiter senkte sich der Ball wieder, flog nur ganz knapp am Pfosten des gegnerischen Tores vorbei. Derlei Schlitzohrigkeit ließ die deutsche Mannschaft gegen Norwegen zum Auftakt der Frauenfußball-Europameisterschaft in Großbritannien zwar vermissen, aber mit einer gehörigen Portion Glück erkämpfte sich die Elf von Bundestrainerin Tina TheuneMeyer dennoch einen 1:0 (0:0)-Sieg. Weitere Vorrundengegner sind Italien am Donnerstag (18.15 Uhr) und Frankreich.

Das entscheidende Tor entsprang einer Koproduktion zweier Potsdamer Spielerinnen. Navina Omilade legte den Ball auf Conny Pohlers ab. Turbines Torjägerin, ohnehin gefährlichste Angreiferin auf dem Feld, trat kurz an, dann zirkelte sie den Ball über den Innenpfosten ins Netz (61.) – ihr 17. Länderspiel-Tor. Der Treffer konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spielkunst der deutschen Elf im Verborgenen blieb. Es sei „ein Grottenspiel“ gewesen, bewertete Pohlers die Leistung der eigenen Elf.

Die Deutschen fanden in der Tat keinen Rhythmus, ihr Spielaufbau war holprig, dem Passspiel fehlte die Genauigkeit. Und wenn beim Gegner auf der rechten Seite Solveig Gulbrandsen zum Flankenlauf startete, war höchste Wachsamkeit gefordert. Erst nach dem Wechsel wurden die Deutschen etwas ballsicherer.

Auf Birgit Prinz, die Weltfußballerin des Jahres, hatte Tina Theune-Meyer noch verzichten müssen – wohl letztmals. Die Frankfurterin leidet an einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung. „Sie ist erst bei 85 Prozent.Wir wollten kein Risiko eingehen“, sagte Trainerassistentin Silvia Neid. Tsp

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