Sport : Nur Polen patzt

Die Favoriten gewinnen ihre Qualifikationsspiele – Italien feiert Newcomer Quagliarella, England Beckham

Frankfurt am Main - Steve McLaren war dankbar. „Das ist, was wir wollen: David Beckham, den Fußballer. Wenn er so spielt, ist er ein sehr, sehr guter Fußballer“, sagte der Trainer der englischen Nationalmannschaft. Der zurückgekehrte Beckham war mit zwei Flanken und einer guten Leistung maßgeblich am 3:0 England in Estland beteiligt. Beckham sicherte damit auch bis auf weiteres den Job von McLaren. „Jetzt haben wir die Qualifikation wieder in unserer Hand“, sagte Beckham, der nach der WM 2006 zunächst aussortiert worden war. „Ich bin stolz, für mein Land zu spielen.“ Der umstrittene McLaren darf dank der Tore von Peter Crouch, Joe Cole und Michael Owen bis auf weiteres weiterarbeiten. England hält mit dem Sieg in der Gruppe E den Anschluss an Kroatien, Israel und Russland. Israel siegte 2:0 in Andorra, Kroatien und Russland spielten 0:0.

Bis auf Polen, das sich eine peinliche 0:1-Niederlage in Armenien leistete, gewannen am letzten EM-Qualifikationsspieltag alle Favoriten ihre Spiele. Polen bleibt trotzdem Erster in der Gruppe A.

Weltmeister Italien feierte am Tag nach dem Spiel Newcomer Fabio Quagliarella. „Ein Star ist geboren. Bum-Bum Quagliarella – zwei Meisterwerke von Toren“, schrieb die „La Gazzetta dello Sport“. Der 23 Jahre alte Stürmer von Sampdoria Genua erzielte bei seinem ersten Länderspieleinsatz von Beginn in der ersten Halbzeit beide Tore beim 2:0 in Litauen. „Die Saison hätte für mich nicht besser enden können“, sagte Quagliarella. Auch in Italien war der Trainer seinem besten Spieler dankbar. „Quagliarella war fantastisch. Das war die Antwort auf die Kritiken“ sagte der umstrittene Coach Roberto Donadoni, der sein Amt beim Weltmeister vor einem Jahr übernommen hat. „Donadoni genießt seine Rache“, titelte die Zeitung „L’Unione Sarda“. Italien bleibt in der Gruppe B Zweiter hinter Frankreich, das durch ein Tor von Samir Nasri 1:0 gegen das von Klaus Toppmöller trainierte Georgien gewann. Die ersten Beiden jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz.

Auch in der Gruppe G siegte der Tabellenführer. Rumänien verteidigte Platz eins durch ein 2:0 gegen Slowenien.

Otto Rehhagel bleibt mit Griechenland an der Spitze der Gruppe C. In der 63. Minute wechselte er den vom 1. FC Nürnberg umworbenen Stürmer Nikos Liberopoulos für Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas ein. Der Joker bewahrte den Europameister und seinen Trainer mit seinem Siegtor in der 94. Minute beim 2:1 gegen Schlusslicht Moldawien vor einer Blamage. „Von der Hölle ins Paradies“, schrieb „Eleftheros Typos“ und „Sporttime“ stellte fest: „Otto hat Lotto gespielt und gewonnen. Liberopoulos rettete seine überheblichen Kollegen und Rehhagel.“

Keine Blöße gab sich hingegen Spanien in der Gruppe F. Beim mageren 2:0 gegen Liechtenstein konnten die Spanier aber wieder einmal nicht überzeugen. „Ein Supertor von David Villa per Fallrückzieher war fast schon alles. Viel mehr hatte Spanien nicht zu bieten“, kritisierte die Zeitung „As“. Es reichte, um hinter Schweden Zweiter zu bleiben. Die Schweden gewannen 5:0 gegen Island, der ehemalige Rostocker Marcus Allbäck schoss zwei Tore. Tsp/dpa

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