Sport : Nur Schneebälle ärgern Hannawald

Sven Hannawald hat sich auch durch die Schneeball-Würfe polnischer Fans nicht stoppen lassen. Der 27 Jahre alte Mannschafts-Olympiasieger aus Hinterzarten führt nach dem ersten Tag der 17. Skiflug-Weltmeisterschaft im tschechischen Harrachov nach Flügen von jeweils 202 Metern mit 396,3 Punkten überlegen vor seinem Schwarzwälder Teamkollegen Martin Schmitt (Furtwangen). Hannawald hat beste Chancen, heute als erster Skiflieger den Weltmeistertitel zu verteidigen.

Mit 202 m im zweiten Flug katapultierte sich Schmitt vom sechsten Platz nach 182 m im ersten Durchgang nach vorn, hat aber bereits 28 Punkte Rückstand. Dritter ist der Finne Matti Hautamäki mit 363,4 Zählern für die Tagesbestweite von von 202,5 m und 182 m. Auch Christof Duffner (Schönwald) liegt nach dem ersten Tag vor 40 000 Zuschauern als Achter noch gut im Rennen.

"Die so genannten polnischen Fans habe ich abgehakt. Dass sie so aggressiv gegen mich sind, kann ich nicht verstehen. Das war noch eine Steigerung gegenüber Zakopane. Es ist extrem nervig und muss nicht sein", schimpfte Hannawald nach der Schneeball-Kanonade während seiner Fahrt mit dem Sessellift zum Schanzenturm. "Morgen werden wir mit dem Auto nach oben fahren. Dann hat sich das auch erledigt", fügte er an. Er sei glücklich über die zwei sehr guten Flüge. "Ich bin froh, dass meine Konzentration nicht nachgelassen hat. Das Fliegen kostet schon Nerven, doch ich habe derzeit einfach ein gutes Gefühl", sagte der Deutsche, nachdem er im Auslauf seinem Vater um den Hals gefallen war. Während Hannawald beide Male bei Windstille sprang, drückte Rückenwind den polnischen Weltcup-Spitzenreiter Adam Malysz im zweiten Flug nach 184 m im ersten Versuch bereits bei 142 m nach unten. "Die Jury hat mich zu lange warten lassen. Allerdings war mein Sprung auch nicht gut. Eine Medaille ist nun nicht mehr drin", bemerkte der Pole und entschuldigte sich für die Schneeballwerfer bei Hannawald. "Es schmerzt mich sehr, dass einige so eine Aggressivität gegen Sven entwickeln. Das sind Fußball-Fans, keine Freunde des Skispringens."

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