Sport : Nur Sven Hannawald ist traurig

Der Deutsche Skiverband feiert das beste Abschneiden bei einer nordischen WM

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Val di Fiemme (dpa). Mit der 100. deutsche Medaille bei nordischen SkiWeltmeisterschaften wurde es im letzten Wettbewerb über 50 Kilometer zwar nichts. Doch nie war die Bilanz besser. Mit drei Gold- und fünf Silbermedaillen gelang noch eine Steigerung des guten Abschneidens von Lahti vor zwei Jahren. „Wir haben den größten Erfolg in der Geschichte des Verbandes errungen“, sagte Thomas Pfüller, Sportdirektor und Generalsekretär des Deutschen Skiverbandes (DSV). Hinter Norwegen (5/4/7) belegte die deutsche Mannschaft im Fleimstal den zweiten Platz in der Nationenwertung.

Lediglich die Skispringer um Sven Hannawlad und Martin Schmitt enttäuschten. „Dass wir im Skispringen keine Medaille gewonnen haben, ist ein Wermutstropfen“, sagte der Sportdirektor. Zwar wolle er nicht von einer Krise sprechen. Dennoch werde es „Konsequenzen“ geben. „Wir werden analysieren, welche Fehler gemacht wurden und ob sie grundlegender sind“, sagte Pfüller. Bundestrainer Reinhard Heß wird vom DSV aber nicht in Frage gestellt. Heß sorgt sich vor allem um seinen traurigen Vorzeigespringer Sven Hannawald. Denn der läuft nach dem frustrierenden Erlebnis Gefahr, den greifbar nahen Triumph im Gesamt-Weltcup zu verspielen. „Es wird nicht leicht, dem Sven zu vermitteln, dass er noch den Weltcup gewinnen kann“, sagte der Bundestrainer

Dieses Problem haben die Langläufer und Kombinierer nicht. Sie entpuppten sich als Medaillensammler. Zwei mal Gold durch Axel Teichmann und in der Frauen-Staffel, dazu die Silbermedaillen für die Männer-Staffel, Evi Sachenbacher und Claudia Künzel – ein fast sensationelles Ergebnis. „Es hat sich gezeigt, was möglich ist, wenn kontinuierlich und mit System gearbeitet wird“, sagte Bundestrainer Jochen Behle. Seine nächsten Ziele: die WM in Oberstdorf 2005 und die Olympischen Winterspiele 2006. Behler: „Wir können weiter mit diesem jungen Kader arbeiten, der sein Potenzial noch nicht ausgereizt hat.“

Das trifft auch auf die Kombinierer zu, die ihre Zielstellung von zwei Medaillen übertrafen. Der Oberhofer Ronny Ackermann als Einzel-Weltmeister sowie mit Silber im Sprint und mit der Staffel kehrt als erfolgreichster deutscher Athlet zurück und strebt nun die Titelverteidigung im Gesamt- und Sprint-Weltcup an. „Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Sie hat hart gearbeitet. Ich glaube, besser kann man nicht auftreten“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Freude in Deutschland, Enttäuschung im italienischen Team. Die Gastgeber blieben überraschend ohne jede Medaille. Worunter die Stimmung an der Strecke aber nur selten litt. Mit jeweils zwei Titeln waren die Norwegerin Bente Skari, ihr Landsmann Thomas Alsgaard und der Pole Adam Malysz die erfolgreichsten Athleten der Weltmeisterschaften, die nach dem Skandal von Lahti dopingfrei blieben. Den wegen überhöhter Blutwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegten Langläuferinnen Kaisa Varis (Finnland) und Swetlana Nagejkina (Weißrussland) konnte keine Einnahme verbotener Substanzen nachgewiesen werden. Auch ein Erfolg.

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