Sport : Nur Tore im Kopf

Keiner trifft in der DEL so häufig wie Daniel Kreutzer

Claus Vetter

Berlin. Daniel Kreutzer hatte seinen ersten großen Auftritt. Damals, beim Eröffnungsspiel der Eishockey-WM 2001, als Deutschland kurz vor Schluss 2:1 gegen die Schweiz führte. Der Stürmer schnappte sich den Puck kurz vor der eigenen Zone, raste auf das Tor des Gegners zu. Wenig später stand es 3:1, weil, wie Bundestrainer Hans Zach sagte, „Daniel den Puck ins Tor gearbeitet hat“. Seit jener Partie eilt Kreutzer der Ruf eines Rackerers voraus, eines Spielers, der nie aufgibt. Dabei kann er inzwischen mehr: Keiner trifft derzeit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) so häufig das Tor wie der Stürmer der Düsseldorfer EG.

24 Jahre ist Daniel Kreutzer im Oktober geworden. Er ist zwar ein bulliger Typ, mit seinen 1,76 m aber nicht gerade ein Hüne. Doch das schützt ihn nicht vor Toren. Die DEL-Wertung führt er mit 17 Treffern aus 22 Spielen souverän an – vor zwölf ausländischen Profis. Das ist erstaunlich. Zumal es vergangene Saison, nach seinem Wechsel von Kassel nach Düsseldorf, nicht gut lief bei ihm. Wochenlang traf er gar nicht, am Ende der Saison hatte er acht Tore erzielt. Kreutzer schien dem Ruf, ohne seinen „Lehrmeister Hans Zach“ (Kreutzer) wenig wert zu sein, gerecht zu werden. „Toreschießen hat viel mit Selbstvertrauen zu tun“, sagt Kreutzer. „Vergangene Saison wollte ich zu viel, gerade weil ich in meiner Heimatstadt zurück war. Ich habe einfach zu viel überlegt.“

Diese Saison scheint er weniger zu überlegen. Er selbst spricht von einem „Riesenlauf“, längst ist Kreutzer im Stadion an der Brehmstraße zum Publikumsliebling geworden. Kein Wunder, als echter Düsseldorfer. Über die Stationen Duisburg, Oberhausen und Kassel ist er nun bei seinem Heimatklub angekommen. Nicht wenige Verantwortliche in der DEL wollen aber, dass er dort wieder weggeht. Peter John Lee etwa. Der Manager der Berliner Eisbären würde den Stürmer gern kommende Saison in seinem Team sehen. Eben weil den Berlinern ein Kämpfertyp wie Kreutzer fehlt und auch aus alter Verbundenheit, wie Lee im Scherz sagt: „Der Daniel hat schon neben mir gesessen, da war er erst drei Jahre alt.“ Dieses Erlebnis bringt dem ehemaligen Düsseldorfer Profi Lee und seinen Eisbären, die heute die DEG empfangen (19.30 Uhr, Sportforum), wohl keine Pluspunkte beim Buhlen um Kreutzer. Dessen Vertrag in Düsseldorf läuft zwar zum Saisonende aus – aber Kreutzer sagt : „Ich gehe davon aus, dass ich in Düsseldorf bleibe.“

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