• Nur Tscharnke und Fessel überzeugen Behles Langläufer bleiben unter den Erwartungen

Sport : Nur Tscharnke und Fessel überzeugen Behles Langläufer bleiben unter den Erwartungen

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Gällivare - Eine Horde trinkfreudiger Schweden hat Tim Tscharnke nicht nur die Nacht, sondern auch noch den Weltcup-Auftakt der Skilangläufer vermiest. Weil die Party in unmittelbarer Nähe des Zimmers von Tscharnke und Axel Teichmann bis in die frühen Morgenstunden des Samstags ging, war anschließend an Top-Leistungen der beiden in der Loipe nicht mehr zu denken. Dennoch schaffte der 20 Jahre alte Tscharnke mit Platz elf über 15 Kilometer im freien Stil sein bestes Ergebnis außerhalb des Sprints. Er hat auch schon die halbe Qualifikation für die WM in Oslo geschafft.

Auch Nicole Fessel gelang mit Platz neun ein so nicht zu erwartendes Resultat, Evi Sachenbacher-Stehle kam nur auf Rang 26. Die Siege aber blieben in Skandinavien: Die dreimalige Olympiasiegerin Marit Björgen aus Norwegen deklassierte die Konkurrenz über zehn Kilometer Freistil. Bei den Männern war der zweimalige Vancouver-Sieger Marcus Hellner aus Schweden nicht zu bezwingen.

„Ich war richtig wütend, weil wir nicht schlafen konnten. Das war ja nicht die erste Nacht so“, schimpfte Tscharnke und versuchte zu erklären, warum er trotz des starken elften Platzes unzufrieden war. „Ich wollte meinen Vordermann schnell einholen, das hat aber nicht geklappt“, sagte er, „am Ende fehlten mir dann die Körner, um noch einen Top-Ten-Platz zu schaffen. Ich hoffe, wir können in der Staffel den Schweden die Ruhestörungen heimzahlen.“

Der Bundestrainer sah es relativ entspannt. „Tim war sauer und müde, trotzdem hat er ein hervorragendes Rennen gemacht“, sagte Jochen Behle. „Das überrascht mich nicht, er kann noch viel mehr und wird seinen Weg gehen.“ Seine gestandenen Läufer hatten in Gällivare nichts zu bestellen. Jens Filbrich mit Platz 26, Teichmann mit Platz 37, Tobias Angerer mit Platz 44 blieben unter den ohnehin nicht hochgesteckten Erwartungen. Vor allem von Tobias Angerer hatte er mehr erwartet, es sei aber kein Grund, nervös zu werden, sagte der Bundestrainer. „Wir brauchen jetzt die Wettkämpfe, um in Fahrt zu kommen, bis zum ersten Saisonhöhepunkt, der Tour de Ski, haben wir auch noch anderthalb Monate Zeit.“

Bei den Damen staunte er über Nicole Fessel. Die Oberstdorferin, eher eine Sprintspezialistin, überzeugte mit einem couragierten Lauf. „Ich habe das Rennen genossen“, sagte die 27-Jährige. dpa

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