Sport : Nur Verlierer

Benedikt Voigt

Wer hätte gedacht, dass die deutschen Tennisspielerinnen eines Tages dankbar sein werden für die Fußball-Monokultur ihrer Landsleute. Normalerweise beklagen sie sich nämlich über die mangelnde Aufmerksamkeit, die ihrem Sport in Deutschland zuteil wird. Nach den gestrigen Ergebnissen könnte sich das geringe Interesse der Deutschen am aktuellen Tennisgeschehen jedoch als Vorteil erweisen.

So dürfen sich die deutschen Damen berechtigte Hoffnungen machen, dass ihre traurigen Ergebnisse bei den German Open unbemerkt an den meisten Sportinteressierten vorübergehen werden. Denn am Mittwoch hat es im Grunewald nur Verlierer gegeben. Die größte ist Anna-Lena Grönefeld, die an Nummer sieben gesetzt war und in der zweiten Runde ausschied. Nach dem Fed-Cup hat sie schon die zweite Chance ausgelassen, ihren Namen in ihrer Heimat bekannter zu machen. Der zweite Verlierer ist das Berliner Turnier, das in diesem Jahr auf populäre Stars wie Maria Scharapowa, Venus und Serena Williams oder Martina Navratilova verzichten muss. Seit Mittwoch fehlen auch die deutschen Spielerinnen. Der dritte Verlierer ist der Deutsche Tennis-Bund. Ein Freilos und drei Wild-Cards halfen nicht, um eine Spielerin in einem durchschnittlich besetzten WTA-Turnier in die dritte Runde zu bringen. Mehr kann man nicht tun. Die gestrigen Ergebnisse konterkarieren alle zarten Aufwärtstendenzen vergangener Monate im deutschen Damentennis. Aber vielleicht merkt’s ja keiner.

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