Sport : Nur zwölf Punkte in den letzten zehn Minuten

Albas Basketballer gewinnen dennoch 84:69 gegen Gießen

Helen Ruwald

Berlin. Dieter Hauert war zwar nicht anwesend, doch in den Köpfen der Basketballer von Alba Berlin dürfte der Präsident des Klubs gestern Abend im Bundesligaspiel gegen Avitos Gießen durchaus präsent gewesen sein. Aus dem Skiurlaub hatte sich Hauert dieser Tage gemeldet und die Mannschaft nach dem Scheitern in der Europaliga massiv kritisiert. „Der Teamspirit ist abhanden gekommen. Alba muss zu alter Kampfmoral zurückfinden“, forderte Hauert. „Die erfahrenen Spieler lassen uns im Stich. Die Leistungsträger sind nicht zu sehen. Wenn ich zurück bin, rede ich mit denen, die nicht spuren.“

Die Mannschaft nahm sich die Worte aus der Ferne nur teilweise zu Herzen und gewann gegen den Abstiegskandidaten Gießen mit 84:69 (51:37). Bei den Berlinern fehlte der verletzte Quadre Lollis, für ihn stand Teoman Öztürk von Beginn an auf dem Feld. In den vergangenen Spielen hatte Alba nach dem ersten Viertel oft hoch zurückgelegen, die Gegner trafen jeden Wurf, weil Alba schlecht verteidigte, unkonzentriert und zuweilen überheblich auftrat. Anders gestern: Obwohl Center Jovo Stanojevic nach dreieinhalb Minuten mit zwei Fouls belastet war und für Kevin Rankin das Feld verließ, führten die Gastgeber nach zehn Minuten mit 26:17 gegen einen allerdings schwachen Gegner.

7:6 hatten die Gießener vorn gelegen, dann gab Alba die Führung nicht mehr aus der Hand. Nach 16 Minuten stand es bereits 45:24. Daran konnte auch Bundesliga-Topscorer McKie nichts ändern, der bis zur Halbzeit 13 Punkte erzielte. Bei Alba war Garris mit 15 Punkten bis zu diesem Zeitpunkt der erfolgreichste Spieler.

Doch der positive Trend hielt bei den Berlinern nicht an. Bei Alba überzeugten in der Max-Schmeling-Halle vor 5944 Zuschauern weder die Spielmacher DeJuan Collins und Mithat Demirel noch Marko Pesic. Alba hatte es dem starken Stefano Garris (23 Punkte) und Teoman Öztürk zu verdanken, dass es letztlich zum Sieg reichte.

Im letzten Viertel ließ der Meister stark nach, Gießen kam auf 68:75 heran und schien plötzlich noch eine Siegchance zu haben. Die Berliner machten den positiven Eindruck der ersten Halbzeit wieder zunichte und kamen in den letzten zehn Minuten nur noch auf erbärmliche zwölf Punkte. Dieter Hauert wird diesen Leistungsabfall mit wenig Freude vernommen haben. Wenn er am Montag wieder nach Berlin zurückkommt und sich die Spieler vorknöpft, wird sich seine Laune vermutlich nur unwesentlich gebessert haben.

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