Sport : o.tel.o soll angeblich die Continentale ablösen

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Der Wertzuwachs ist enorm. Genau genommen hat er sich in zwei Jahren in etwa verdoppelt. Kurz nachdem Hertha BSC 1997 in die Fußball-Bundesliga zurückgekehrt war, stieg der Versicherungskonzern Continentale, zuvor bei Borussia Dortmund engagiert, als Sponsor ein. Geschätzt rund fünf Millionen Mark ließ sich die Continentale den Spaß pro Jahr kosten. Zum Saisonende läuft der Vertrag aus. Hertha, inzwischen in der Champions League am Ball, handelte rechtzeitig und steht jetzt offenbar dicht davor, einen neuen Sponsor an Land zu ziehen. Das Telekommunikationsunternehmen "o.tel.o" soll angeblich bereit sein, für einen Betrag um die zehn Millionen Mark pro Jahr bei den Herthanern neuer Hauptsponsor zu werden.

Hertha kann indes noch keinen Vollzug melden. "Es wurde mit mehreren Unternehmen verhandelt. Noch gibt es keinen Vertragsabschluss", betont Hans-Georg Felder, der Pressesprecher des Klubs. Jedoch soll das finanzielle Angebot von "o.tel.o" weit über dem der anderen Kandidaten liegen, der Vertragsabschluss, für Anfang Januar ins Auge gefasst, nur noch Formsache sein. Bei "o.tel.o" selbst wird bei diesem Thema auch noch vornehme Zurückhaltung geübt. Martina Hoffhaus, Pressesprecherin des Kölner Unternehmens, teilte gestern lediglich mit: "Wir sind nach allen Seiten hin offen und werden auch Verhandlungen mit Borussia Dortmund und dem Hamburger SV aufnehmen."

"o.tel.o" ist in der Fußball-Branche keine unbekannte Größe. Das Unternehmen sponsert seit zweieinhalb Jahren Werder Bremen, spendierte dort geschätzt fünf Millionen Mark pro Saison. Der Vertrag des Unternehmens in Bremen läuft allerdings zum 30. Juni 2000 aus. Der SV Werder gab inzwischen bekannt, dass die Verträge zwischen dem Verein und dem Hauptsponsor fristgerecht gekündigt worden sind.

Von verantwortlicher Seite bei Hertha war zu erfahren, dass dem Verein von der Continentale zwar ebenfalls ein Angebot zur Vertragsverlängerung zu verbesserten Konditionen unterbreitet wurde, aber bei Offerten im zweistelligen Millionenbereich konnte das Dortmunder Unternehmen nicht mehr mithalten. Zudem konzentriert sich die Continentale ohnehin mehr auf den deutschen Markt, während Hertha sich anschickt, fußballerisch auf europäischen Spielfeldern Fuß zu fassen. Dennoch war die Kooperation zwischen Hertha BSC und dem bisherigen Sponsor offenbar derart fruchtbar, dass - so Hans-Georg Felder - "die Continentale in irgendeiner Form sicherlich weiter bei uns involviert sein wird".

Zudem bemühen sich die Herthaner auch auf dem sportlichen Sektor, ihre Mannschaft weiter kräftig zu verstärken. Die Verhandlungen um den brasilianischen Stürmer Alexander Alves stehen kurz vor dem Abschluss, er wird möglicherweise schon mit Beginn der Rückrunde für die Berliner spielen. Die Wechsel von Stefan Beinlich von Bayer Leverkusen und Verteidiger Josip Simunic vom Hamburger SV nach Berlin sind beschlossene Sache. Mit Abwehrspieler Georgi Markow von Lok Sofia steht auch noch ein Bulgare auf dem Wunschzettel von Trainer Jürgen Röber.

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