Sport : Oben bleiben

Die Statistik spricht für Bochum

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Von Martín E. Hiller

Berlin. Dreimal gespielt, dreimal gewonnen – die Euphorie beim VfL Bochum ist groß. In der zweiten Woche eroberten die Westfalen die Tabellenspitze von der ebenfalls aufgestiegenen Arminia aus Bielefeld – bis jetzt geben sie diesen Platz nicht her. Das ist ein ungleich schwierigeres Unterfangen, als die Spitzenposition nur eine Woche zu halten. Das beweist die Statistik.

Dabei war der Arminia mit Platz eins zum Saisonauftakt schon ein seltenes Kunststück gelungen: Zuvor hatte dies als Aufsteiger nur der FC St. Pauli in der Saison 1995/96 fertig gebracht. Davor hatte es als Neuling auch Hansa Rostock 1991/92 auf Anhieb nach ganz oben geschafft. Die Hanseaten waren allerdings nicht als Aufsteiger, sondern als Meister der nicht mehr existenten DDR-Oberliga in die Bundesliga gelangt. Auch damals war die Euphorie riesig. St. Pauli druckte „Wir sind die Nummer eins“- Shirts, Rostock schwelgte in Meisterträumen. Doch wie Bielefeld wurden beide Klubs schon in der zweiten Woche von der Spitze verdrängt. Es ging nach unten. Hansa stieg gar ab, obwohl der letzte DDR-Meister zwischenzeitlich noch einmal oben herankam.

Als Aufsteiger am zweiten Spieltag auf Platz eins zu stehen, das hat bisher einzig der 1. FC Kaiserslautern in der Saison 1997/98 geschafft, demselben Jahr, in dem die Pfälzer sensationell Deutscher Meister wurden. Die erste Nummer eins in jener Spielzeit war der Karlsruher SC, dem diese Ehre nicht viel half. Er beendete die Saison als Drittletzter und stieg ab. Dasselbe Schicksal ereilte in der darauf folgenden Spielzeit den Tabellenführer des ersten Tages, Borussia Mönchengladbach.

Viel aussagekräftiger ist die Tabelle nach dem zweiten Spieltag als nach dem ersten: Das Jahr, in dem Gladbach abstieg, beendeten 15 von 18 Erstligisten in derselben Tabellenhälfte, in der sie sich bereits nach dem zweiten Spieltag befanden. Ein gutes Vorzeichen für Bochum.

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