• Oberhof zwischen Tau und Frost Nordische Kombinierer suchen Schnee, Biathleten können starten Hannawald schwänzt wieder Schmitt bei der Qualifikation

Sport : Oberhof zwischen Tau und Frost Nordische Kombinierer suchen Schnee, Biathleten können starten Hannawald schwänzt wieder Schmitt bei der Qualifikation

für Innsbruck auf Platz drei

Benedikt Voigt

Oberhof (dpa). Pech für die Nordischen Kombinierer, Glück für die Biathleten: Weil es stark getaut und geregnet hat, fällt der Weltcup in der Nordischen Kombination in Oberhof wie schon gestern auch am Sonntag aus, der Biathlon-Weltcup in der kommenden Woche soll hingegen stattfinden. Bis dahin rechnen die Meteorologen wieder mit Dauerfrost und Tagestemperaturen von minus 7 bis minus 9 Grad. In der Nordischen Kombination war Oberhof nur Ersatzausrichter für die in Reit im Winkl und Schonach abgesagten Wettbewerbe. Damit fällt der Deutschland-Grand-Prix aus, denn nur einer von drei Wettbewerben fand statt: An Neujahr in Oberhof siegte der Österreicher Felix Gottwald vor Lokalmatador Ronny Ackermann. Dann begann das Tauwetter.

Der Biathlon-Weltcup in Oberhof wird nach Ansicht der Organisatoren planmäßig vom 8. bis 12. Januar durchgeführt. „Wir haben die Strecken komplett gesperrt. Wir bringen unsere Schnee-Reserven auf die Loipen und bauen die kompletten technischen Anlagen einschließlich der drei Videowände und Fernsehkameras auf“, sagte Wolfgang Filbrich, der als Leiter des Bundesleistungszentrums auch für die Oberhofer Sportanlagen verantwortlich ist, am Freitag.

Ab Sonnabend sollen fünf Schneekanonen über zwei Tage und drei Nächte neuen Kunstschnee herstellen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Ziel der Oberhofer ist es, zwei verschiedene Laufrunden über 2 bzw. 2,5 Kilometer mit allen Schwierigkeiten des Kurses einschließlich der Wolfsschlucht zu präparieren. Auf der schwierigen Abfahrt hält seit dem Vorjahr Jörn Wollschläger (Oberhof) mit 80,1 Kilometern pro Stunde den inoffiziellen Geschwindigkeits-Weltrekord im Biathlon-Weltcup. Wenn am Sonntag die Anlage für die 17 Teams wieder geöffnet wird, will Männer-Bundestrainer Frank Ullrich die Chance zu einem Kontroll-Wettkampf nutzen, bei dem die Oberhofer Sven Fischer, Frank Luck, Peter Sendel und Alexander Wolf sowie Marco Morgenstern (Riesa) starten sollen.

Innsbruck. Man müsste einmal alle Entschuldigungen aufzählen, die Sven Hannawald bisher aufbot, um die Qualifikation bei der Vierschanzentournee nicht mitspringen zu müssen. „Die Tournee dauert noch lange, ich muss meine Kräfte schonen“, hat der deutsche Skispringer in Oberstdorf gesagt. In Garmisch-Partenkirchen hatten ihm die Wetterbedingungen bei der Qualifikation nicht gepasst. Und am Freitag in Innsbruck sagte er: „Die Wade hat mir noch Probleme gemacht, ich möchte sie nicht überreizen.“ Doch die leichten Verletzungen von seinem Sturz beim Neujahrsspringen scheinen nicht das Problem zu sein. Es war das siebte Mal in Folge, dass er die Qualifikation ausließ.

Er hat ja auch oft genug Erfolg gehabt mit dieser Taktik, zumal er im Training mit 120,5 Metern den besten Sprung der Spitzengruppe gezeigt hatte. Auch beim dritten Springen in Innsbruck dürfte ihm sein Gegner im K.o.-Springen keine Probleme bereiten. Der Vorjahressieger der Tournee muss gegen den unbekannten Österreicher Stefan Thurnbichler antreten, der überraschend die gestrige Qualifikation gewonnen hatte. „Es war heute nicht so einfach“, sagte Martin Schmitt. Der 24-Jährige sprang auf Rang drei und bekommt es am Sonnabend mit dem Slowenen Peter Zonta zu tun. Neben Schmitt und Hannawald, der aufgrund seiner Platzierung unter den ersten 15 des Weltcups für das Springen am Sonnabend gesetzt ist, qualifizierten sich auch die Deutschen Georg Späth, Stefan Pieper und Michael Uhrmann.

Die deutsche Delegation muss sich gegenwärtig nicht nur mit ihren Springern, sondern auch mit ihrem Kotrainer Wolfgang Steiert beschäftigen. Der zweite Mann hinter Reinhard Heß hegt Ambitionen auf den Bundestrainerposten und hatte gegenüber dem Tagesspiegel gesagt: „Ich werde mich im Frühjahr positionieren.“ Der Heimtrainer von Sven Hannawald und Martin Schmitt schloss einen Wechsel zu einer anderen Nation nicht aus. „Man soll niemals nie sagen.“ Dem Bundestrainer kommt die Diskussion ungelegen. „Wir haben keinen Grund über die personelle Besetzung zu diskutieren“, sagte Heß. „Wir haben im vergangenen Frühjahr bereits mit den Kollegen die Perspektiven abgesteckt.“ Heß hatte angedeutet, dass er womöglich bis 2006 weitermachen wolle. Sportdirektor Thomas Pfüller sagte gegenüber der „FAZ“, dass er demnächst das Gespräch mit Wolfgang Steiert suchen werde. Noch ist das Problem nicht ausgeräumt, weshalb das Springen am Sonnabend den Trainern ganz gelegen kommt.

Damit wieder über Schmitt und Hannawald diskutiert wird und nicht über Heß und Steiert.

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