Österreich : Aufregung um Fritzl-Satire

Pünktlich zur Europameisterschaft wird der Inzest-Fall aus dem österreichischen Amstetten zum Thema für die Satire-Blätter - und das wird heftig kritisiert.

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Flix & Fritzl. Das ist das aktuelle Cover vom Satiremagazin "Titanic".Foto: promo

Die Satiremagazine "Titanic" und "Eulenspiegel" spielen auf ihren Titeln mit dem Inzest-Fall aus Österreich. Während die "Titanic" Josef Fritzl zum neuen EM-Maskottchen kürt und das Cover sogar als Poster anbietet, zeigt der "Eulenspiegel" die österreichische Nationalmannschaft beim Auflaufen. Aus einem unter dem Rasen versteckten Kellerverließ kommen die Österreicher neben den Deutschen auf das Spielfeld. Spielführer: Josef Fritzl. Aufschrift: „Die Ösis kommen!“

Die Reaktionen der Tageszeitungen auf die Titelbilder reichen von zaghaftem Verständnis bis zu schwerer Empörung. Der "Kölner Express" ruft beispielsweise einen „neuen Skandal!“ aus, weil sich das Magazin Titanic "nicht zum ersten Mal über den Inzest-Fall lustig macht“. Die Leser dürfen nun im Internet abstimmen: "Witzig" oder "geschmacklos"?

Auch die sonst vom "Inzest-Monster" schreibende "Bild", stellt  jetzt die Frage, "wie weit Satire gehen darf".

Die Wiener Tageszeitung "Die Presse" startet sogar eine Grundsatzdebatte „Sind Tabus in den anonymisierten Foren des Internet einmal gebrochen, dauert es oft nicht lange, bis auch in Mainstream-Medien damit gespielt wird. Ein Gradmesser dafür ist das Magazin „Titanic“, das nicht nur den Fall Amstetten mit professioneller Respektlosigkeit behandelt.“

Außerhalb von Deutschland und Österreich hat man dagegen weniger Bedenken.  "Expressen" aus Schweden findet den Titanic-Titel "ganz gut." (ks)

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