Österreich - Deutschland : Nervöses Debüt von Westermann

Das Spiel gegen Österreich war wahrlich keine Glanzleistung der deutschen Nationalmannschaft. Newcomer Westermann passte sich dem Spiel des Teams an - im Guten wie im Schlechten.

Stefan Hermanns

Wien - Der Fußballtrainer Thomas von Heesen ist zuletzt ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei hat er Ahnung von seinem Metier. „Irgendwann wird Heiko in der A-Nationalmannschaft auftauchen“, hat er einmal über seinen damaligen Bielefelder Verteidiger Heiko Westermann gesagt. Das ist fast zwei Jahre her. Gestern nun ist von Heesens Prophezeiung wahr geworden. Heiko Westermann, der ewige Kandidat, spielte gegen Österreich sogar in der Startelf. „Ich hätt’s nicht mehr erwartet dieses Jahr“, sagte der Verteidiger, der inzwischen für Schalke 04 spielt.

Dass der 24-Jährige nach langem Anlauf doch noch Aufnahme in den Kreis der Besten findet, ist natürlich auch den vielen Ausfällen in der Abwehr geschuldet – und doch besitzt Westermann, der zuerst die rechte Außenbahn besetzt und später ins Abwehrzentrum rückt, nun urplötzlich die Perspektive, an der EM teilzunehmen. Allzu große Sicherheit verschafft ihm diese Aussicht allerdings nicht. Gleich den zweiten Ball spielt er den Österreichern in die Füße, seine Offensivbemühungen, ohnehin eher dosiert, erweisen sich zunächst als dürftig. Zweimal flankt er hinter das österreichische Tor.

Aber woher soll Novize Westermann die Sicherheit bekommen in einer Mannschaft, in der selbst Haudegen wie Schneider oder Ballack erschreckend fahrig wirken? Eine Empfehlung für eine EM-Nominierung ist sein Auftritt nicht, das trifft aber auf fast jeden der deutschen Spieler zu. Die beiden besten Chancen der Österreicher in der ersten Halbzeit werden durch Westermann begünstigt. Nach einer halben Stunde rutscht er im Strafraum am Ball vorbei, Fuchs kommt frei zum Schuss, Lehmann rettet mit dem Fuß. Kurz vor der Pause trabt der Schalker in getragenem Tempo an seinen Gegenspieler Fuchs heran, bei dessen Flanke hält Westermann viel zu viel Abstand, Linz in der Mitte aber verfehlt das deutsche Tor.

Nach der Pause kommt Westermann besser in die Zweikämpfe. Er leistet einen wertvollen Beitrag zum deutschen Führungstreffer. Von ihm stammt die Flanke, die schließlich vor die Füße des Torschützen Thomas Hitzlsperger abgewehrt wird. Heiko Westermann passt sich dem Spiel seiner Mannschaft an. Im Schlechten wie im Guten. Stefan Hermanns

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben