Sport : Offenbach auf dem Weg nach oben

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Offenbach Solche Tage haben die Fans der Offenbacher Kickers seit 1970 nicht erlebt. Damals gewann der OFC, wie der Klub am Main nur genannt wird, durch ein 2:1 gegen den 1. FC Köln im Finale in Hannover den DFB-Pokal. In folgenden Jahren gab es nicht viel zu feiern. Der Klub stieg mal auf, mal ab – in den vergangenen fünf Jahren spielten die Kickers in der drittklassigen Regionalliga.

Die Fans am Bieberer Berg dürfen wieder jubeln. Erst kam der Aufstieg in die Zweite Liga, dann der Saisonstart mit Siegen gegen Rostock und Fürth und Platz zwei, und nun sahen 15 500 begeisterte Fans den 3:1-Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals – wieder gegen Köln.

„Wir haben die Partie eindrucksvoll umgebogen“, sagte Trainer Hans-Jürgen Boysen. Ganze 15 Minuten brauchten die Hessen, um Köln in die Knie zu zwingen. Ausgangspunkt des rheinischen Unheils war der Platzverweis für Andrew Sinkala nach einem rüden Einsteigen gegen Regis Dorn. Vielleicht wäre noch alles anders gekommen, hätte Kölns Markus Feulner, der schon das 1:0 erzielt hatte, frei vor Torhüter Sead Ramovic die Chance zum 2:0 genutzt. „Das war für uns das Startsignal“, sagte Boysen. Qualid Mokhtari glich aus, Suat Türker verwandelte einen Handelfmeter. Kölns Debakel komplettierte Christian Rahn mit einem spektakulären Eigentor. Beim Versuch, den Ball zu klären, hob der Mittelfeldspieler den Ball von der Strafraumgrenze ins eigene Tor.

„Wir hatten Ramovic und auch Glück“, freute sich Kickers-Coach Boysen, für den der Klassenerhalt Priorität behält. Vielleicht werden bald andere Ziele ausgegeben. Denn Boysen hat beim Traditionsklub – 1959 Deutscher Vizemeister – wieder eine vielversprechende Mannschaft beisammen. Außerdem kümmern sich eine Reihe ehemaliger Bundesliga-Profis um den Klub. Präsident ist der Ex-Nationalspieler und frühere Kölner Dieter Müller. Michael Sternkopf, einst bei Karlsruhe und dem FC Bayern aktiv, agiert als Marketingchef. Kotrainer ist Manfred Binz, Manager Uwe Bein. Letztere hatten ihre besten Jahre als Fußballer bei Eintracht Frankfurt – dem großen Rivalen. Nichts wäre den OFC-Fans lieber, als sich endlich wieder mit der Eintracht messen zu können. Tsp/dpa

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