Sport : Oft ins Tor, häufiger daneben

Deutschlands Fußballerinnen besiegen Schottland mit 5:0

Helen Ruwald

Babelsberg. Als der Stadionsprecher die schottischen Fußballerinnen begrüßte, wünschte er höflich, „dass Sie einen angenehmen Aufenthalt im Karl-Liebknecht-Stadion haben“. Doch die Gäste dürften erleichtert gewesen sein, als die Zeit des Grätschens und Rempelns auf dem Babelsberger Rasen endlich vorbei war. Sie waren chancenlos im ersten Qualifikationsspiel der Gruppe 4 zur Europameisterschaft 2005 in England. Titelverteidiger Deutschland siegte ein halbes Jahr vor der WM in China nach anfänglichen Schwächen 5:0 (2:0).

„Wir waren sehr druckvoll und haben uns viele Chancen erarbeitet“, sagte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer. „Das einzige Manko war, dass wir das Durcheinander im Strafraum der Schottinnen nicht konsequenter genutzt haben.“ Die Gäste spielten nach der Gelb-Roten Karte gegen Donna James ab der 33. Minute nur mit zehn Akteurinnen.

Stürmerin Birgit Prinz war schon vor dem Spiel allseits präsent: Sie war auf der Eintrittskarte aller 4783 Zuschauer abgedruckt und auf dem Programmheft. Die 25-Jährige, die für Carolina Courage in der US-Profiliga spielt, bewies auch in ihrem 100. Länderspiel ihre Klasse. Mit einem Foulelfmeter brachte sie die Deutschen in Führung, mit einem Flugkopfball erzielte sie das 5:0. Es waren Prinz’ Länderspieltore Nummer 46 und 47. Nur Heidi Mohr (83 Tore) traf häufiger. Ein alter Herr, ein Fan, wartete nach der Partie mit einem kleinen Blumenstrauß auf Birgit Prinz und gratulierte zum Jubiläum.

Noch auffälliger als Prinz, die mehrfach zu eigensinnig agierte, war Inka Grings vom FCR Duisburg. Sie erzielte die Treffer zwei bis vier und schlug die Flanke zum 5:0. Vor ihrem zweiten Tor vergab sie zwei große Chancen. „Es war ein lockerer Sieg“, sagte Grings, „mein bestes Länderspiel war es aber nicht. Schottland war heute kein Gegner.“

Dass die Deutschen in den kommenden Qualifikationsspielen mehr gefordert werden, ist unwahrscheinlich. Theune-Meyer jedenfalls glaubt, dass „die Schottinnen eine Chance gegen die Ukraine und Tschechien haben“. Und gegen Portugal sowieso, „die hinken etwas hinterher“ – leistungsmäßig. Für ihr Team kann das nur eins bedeuten: weitere lockere Siege.

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