Sport : Ohne Anker

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Die NBA-Saison hat noch gar nicht begonnen, die Mannschaften trainieren erst seit drei Tagen wieder – und den Dallas Mavericks wird jetzt schon nichts mehr zugetraut. Die Mannschaft von Dirk Nowitzki geht am 25. Dezember zwar als Titelverteidiger in die Saison, in den USA glaubt aber kaum noch jemand daran, dass die Texaner abermals Meister werden. Grund dafür ist der Verlust von Center Tyson Chandler, der Dallas verlassen hat und zu den New York Knicks wechselte. Ganz so dramatisch muss man diesen Wechsel nicht sehen – eine erhebliche Schwächung ist er aber auf jeden Fall.

Am Wochenende reagierten die Mavericks, indem sie Lamar Odom von den Los Angeles Lakers verpflichteten. Der 32-Jährige ist ein vielseitiger und erfahrener Spieler, der zwei Meisterschaften im Trikot der Lakers gewonnen hat, Chandler ersetzen kann er aber nicht. Der Center hatte in Nowitzkis Meistermannschaft eine entscheidende Rolle gespielt und war stets als der „Anker“ der Mavericks-Verteidigung bezeichnet worden. Vor seiner Verpflichtung war Dallas in den vergangenen Jahren in der Defensive nicht zupackend genug, diese Schwachstelle droht jetzt erneut. Gerade in der durch den Arbeitskampf verkürzten und verdichteten Saison wäre es für die alternden Mavericks wichtig gewesen, mit einem eingespielten Team zu starten.

Die gute Nachricht ist: Den Mitkonkurrenten geht es nicht besser. Die Lakers würden am liebsten zwei neue Stars holen und dafür ihr halbes Team abgeben, beim Vorjahres-Finalisten Miami Heat ist man ebenfalls noch auf der Suche nach dem entscheidenden Puzzlestück, das in den vergangenen Play-offs fehlte. Zumindest das haben die Mavericks der Konkurrenz auch ohne Chandler voraus: Sie wissen, wen sie um ihren Star Dirk Nowitzki herum brauchen, um erfolgreich zu sein. Diese Formel müssen sie nicht neu erfinden, sondern nur leicht verändern.

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