Sport : Ohne den Besten

Eisbären-Kapitän Steve Walker kann in dieser Saison wohl nicht mehr spielen

Katrin Schulze

Berlin - Steve Walker ist ein Kämpfer. Der Kapitän der Eisbären ist dafür bekannt, dass er seine Kollegen mitreißt und auf dem Eis immer versucht, alles zu geben. Diese Saison hat das besonders gut funktioniert – die Eisbären wurden Zweiter in der Deutschen Eishockey-Liga. In der Hauptrunde. Aber in der kommenden Woche beginnen die Play-offs. Ohne Steve Walker, ohne den wichtigsten Spieler der Berliner. Beim letzten Hauptrundenspiel gegen Mannheim zog er sich einen Teilriss am vorderen Kreuzband zu. „Das ist eine bittere Sache“, sagt Don Jackson. Der Eisbären-Trainer erachtet Walkers Position im Team als herausragend wichtig, weil der Stürmer „die anderen Spieler mit seiner Leistung unglaublich motiviert“, wie Jackson sagt.

Tatsächlich spielte der 35 Jahre alte Kanadier bisher die beste Saison seit 2000/01. „Da die letzte Spielzeit eine verschwendete war, wollte ich dieses Jahr alles geben“, sagt Walker. Da nämlich scheiterten seine Eisbären bereits in der Play-off-Qualifikation, in diesem Jahr nun sind sie mit dem Erreichen des Viertelfinales bereits eine Runde weiter. Gerade deshalb trifft die Verletzung von Walker die Eisbären schwer.

Wie wichtig der Stürmer ist, zeigte er bei den beiden Titelgewinnen 2005 und 2006. Nicht nur mit vielen Punkten, sondern auch mit seiner Ausstrahlungskraft. Als einer der wenigen Nordamerikaner im Team spricht er passabel deutsch und hat sich mit seiner Eloquenz eine Ausnahmestellung erarbeitet. Kaum einer der ausländischen Profis fühlt sich in Berlin so wohl wie Steve Walker: Der nach Sven Felski dienstälteste Eisbären-Spieler will seine Karriere hier beenden.

„Der Verlust von Steve wiegt schwer“, sagt sein Trainer. Und deshalb wollen sie bei den Eisbären versuchen, Walker irgendwie wieder fit zu machen. „Das geht aber nur mit einer Spezialorthese und entsprechendem Rückgang der Schmerzen“, sagt Mannschaftsarzt Jens Ziesche. Die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Genesung ist allerdings eher gering, da eine Verletzung am Kreuzband sehr kompliziert ist. Zwar spielen viele Profis wie beispielsweise Nationaltorwart Olaf Kölzig mit einer speziellen Manschette am Knie. Das aber nur präventiv.

Walker hingegen hat einen Teilriss und deshalb gibt es laut Eisbären-Sprecher Daniel Goldstein auch nur eine „kleine Chance“, dass der Kapitän in dieser Saison noch spielen kann. Die Eisbären haben mit einer hastigen Rückkehr zudem bei ihrem Stürmer Denis Pederson schlechte Erfahrungen gemacht: Auch er war am Knie verletzt und ging wohl zu früh wieder aufs Eis. Das Resultat? Nach 30 Spielminuten verletzte sich der Stürmer erneut und fehlt nun schon seit ein paar Wochen. Katrin Schulze

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