Sport : Ohne die Besten, aber ein Team

Claus Vetter erklärt das System von Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp

Claus Vetter

Uwe Krupp schien vor einer undankbaren Mission zu stehen. Mit einem jungen Team ohne Stars sollte der Eishockey-Bundestrainer bei der Weltmeisterschaft in Russland den Klassenerhalt schaffen. Aufsteiger Deutschland musste ohne seine sieben in der nordamerikanischen Profiliga NHL beschäftigten Profis auskommen, auch einige gute Spieler aus der deutschen Liga konnten oder wollten nicht nach Moskau kommen. Andere Trainer hätten da vielleicht resigniert, doch Krupp beschwerte sich nicht. Er erlaubte sich sogar noch, auf einige altgediente Nationalspieler zu verzichten. Sie passten nicht in sein Konzept, sagte der Bundestrainer – das Endergebnis gibt ihm nun Recht. Deutschland ist bei der WM nicht abgestiegen, hat das Viertelfinale nur knapp verpasst und sogar beim 2:0 gegen Tschechien eine große Eishockeynation geärgert.

Wie geht so etwas mit einer jungen Mannschaft, mit 17 WM-Debütanten? Die Antwort ist einfach: Nach dem Konzept von Krupp machen nicht die besten Spieler die beste Mannschaft. Ein deutsches Allstar-Team stand in Moskau nicht auf dem Eis: In Krupps junger Mannschaft gab es keine Stars, die Eitelkeiten ausleben durften. Wie in einer Vereinsmannschaft gab es klare hierarchische Strukturen, durften einzelne Spieler ihre kleinen Rollen spielen, die auch in ihren Klubs ihre kleinen Rollen gut ausfüllen. Das hat in Moskau sehr gut funktioniert und könnte künftig noch besser funktionieren. Denn die deutsche Mannschaft ist jung und kann noch weiter wachsen – auch ohne Stars.

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