Sport : Ohne Druck zum Primus (Kommentar)

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Vom Prügelknaben zum Klassenprimus: Gerade ein halbes Jahr ist es her, da beendeten die Capitals die Saison 1998/99 als Vorletzter. Auf das traurigste Kapitel der Vereinsgeschichte folgte nun in den ersten Wochen dieser Spielzeit ein kaum erwarteter Höhenflug. Nach neun Partien sind die Berliner mit rekordverdächtigen 25 Punkten unangefochten Tabellenführer. 14 neue Spieler haben die Capitals in ihren Reihen, wie es scheint alles Glücksgriffe. Trotzdem gilt es, einige herauszustellen: Torhüter Andrej Mezin etwa, in der Liga wohl der Beste seines Fachs. Oder Martin Ulrich, der Verteidiger mit Offensivdrang spielt derzeit in der Form seines Lebens. Dabei war der Österreicher ein "Schnäppchen". In Wien, bei seinem letzten Arbeitgeber, hatte Ulrich mehr verdient als in Berlin. Doch nicht nur hier scheint sich die Akribie von Roger Wittmann ausgezahlt zu haben. Während die Konkurrenz sich in den Sommerschlaf begab, bastelte der Manager früh an einer neuen Mannschaft. Als im Mai in Köln oder Mannheim noch nach neuen Spielern Ausschau gehalten wurde, da waren die Capitals bereits komplett.

Fragt man die Spieler oder den Trainer nach Gründen für den Erfolg, wird abgewiegelt. "Die Saison ist noch lang", ist das beliebteste Stereotyp. Die Vorsicht ist verständlich. Dass ein Team wie die Feuerwehr loslegt und vor dem Ziel schlapp macht, gab es häufiger. Zum Beispiel die Frankfurt Lions in der Vorsaison. Top in der Vorrunde, ausgeschieden im Halbfinale.

Nirgendwo spielt es sich derzeit so unbeschwert wie an der Jafféstraße, wo nach den Pleiten der letzten Jahre Druck und Erwartungshaltung von Seiten des Umfeldes geringer nicht sein könnten.

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