Sport : Ohne Durchschlagskraft

Volleys unterliegen Haching 0:3, weil ihr Angriff wenig Wirkung gezeigt hat.

Augen zu und Hände hoch. Die Berliner Paul Carroll (links) und Tomas Kmet versuchen, einen Ball abzublocken. Foto: Harald Ottke
Augen zu und Hände hoch. Die Berliner Paul Carroll (links) und Tomas Kmet versuchen, einen Ball abzublocken. Foto: Harald OttkeFoto: Harald Ottke

Berlin - Die Gäste zögerten das Ende noch mal hinaus, plötzlich hatten sie sogar die Chance, den dritten Satz noch zu gewinnen. 27:26 lagen die BR Volleys in Führung, aber zum Satzgewinn reichte es dann doch nicht mehr. Christian Dünnes, der überragende Diagonalangreifer von Generali Haching, verwandelte den entscheidenden Ball für seine Mannschaft, Haching gewann noch 29:27 und damit das ganze Match. 3:0 (25:17, 25:19, 29:27) siegte der Volleyball-Bundesligist Haching letztlich gegen die Gäste aus Berlin. Haching, die dominierende Mannschaft in der Hauptrunde der Volleyball-Bundesliga, hatte damit auch das erste Play-Off-Finalspiel gewonnen.

Am Sieg der Hachinger zweifelten die 1512 Zuschauer nur zu Beginn des ersten Satzes, danach war die Sache eigentlich klar. „Man hat klar gesehen, dass wir durch unsere verletzten beziehungsweise angeschlagenen Spieler stark gehandicapt waren“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand am Samstagabend nach dem Spiel. Urpo Sivula, zuletzt zum Diagonalangreifer aufgestiegen, war wegen seines Bänderrisses erst gar nicht dabei, Scott Touzinsky und Paul Carroll konnten zwar spielen, aber aufgrund ihrer Verletzungen nur sehr eingeschränkt. „Man hat gesehen, dass sie stark mit angezogener Handbremse gespielt haben“, sagte Niroomand. „Und wenn die wichtigsten Angreifer ausfallen, dann kann man gegen eine so starke Mannschaft wie Haching nicht gewinnen.“

Und dann schwächten sich die Volleys auch noch zusätzlich. „Im ersten Satz haben wir die Hachinger ab dem zehnten Punkt noch richtig aufgebaut. Wir haben die Chance verpasst, uns abzusetzen“, sagte Niroomand. Bis dahin hatten die Volleys sogar in Führung gelegen, auch weil die Hachinger doch einigen Respekt vor der Mannschaft hatten, die immerhin im Halbfinale den Serienmeister VfB Friedrichshafen aus dem Rennen geworfen hatte. Doch dann leisteten sich die Gäste diverse Eigenfehler, und damit war bei Haching von Respekt nichts mehr zu bemerken. Niroomand erlitt sogar noch eine „Schrecksekunde“, als sich Libero Martin Krystof im ersten Satz plötzlich an den Oberschenkel fasste. Niroomand hatte schon Angst, dass eine alte Verletzung wieder aufgebrochen sein könnte und das Volleys-Krankenlager noch größer werden könnte. Krystof gab dann zwar Entwarnung, aber das nützte den Berlinern letztlich nichts mehr.

Auch im zweiten Satz hatten die Hachinger keine Mühe. Lediglich im dritten Satz kam plötzlich wieder Spannung auf, nachdem die Volleys einen klaren Rückstand noch aufgeholt hatten. Zu diesem Zeitpunkt stand Aleksandar Spirovski auf dem Feld; er hatte Carroll ersetzt und bot eine solide Leistung. „Doch dass wir noch herangekommen sind, hatte weniger damit zu tun, dass wir plötzlich besser gespielt hätten“, sagte Niroomand. Vielmehr sei Haching einfach unkonzentrierter geworden, schließlich habe der Sieg der Gastgeber ja so gut wie festgestanden. Und was hätte es schon gebracht, wenn die Volleys diesen Satz gewonnen hätten? An die große Wende glaubte ja nicht einmal Niroomand. Haching hätte dann halt vermutlich im vierten Satz alles klar gemacht. Mittelblocker Tomas Kmet spielte zwar sehr gut, doch ein Leistungsträger allein genügte nicht gegen diese Hachinger Mannschaft.

Am Dienstag müssen die Hachinger in der Schmeling-Halle antreten. „Ich habe schon vor diesem Spiel gesagt, dass für mich die Partie am Dienstag das A und O ist“, sagte Niroomand. „Ich fühle mich bestätigt.“ Tsp

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