Sport : Ohne Frieden in London

von

Ob die Menschen in ihrer Heimat mitgefiebert haben? Ob sie gebannt an den Fernsehern saßen, um die Olympia-Sportler ihres Landes zu sehen? Man weiß es nicht, man kann es nicht wissen – es gibt kaum nachprüfbare Nachrichten aus Syrien. Mitten im Bürgerkrieg haben zehn Sportler in London ihr geschundenes Land vertreten.

Nach einem olympischen Frieden hat niemand gerufen, diese Macht hat sich der Sport sowieso immer nur eingebildet. Und zum Krieg in ihrem Land wollten sich die meisten Athleten nicht äußern, vielleicht auch aus Angst. „Ich interessiere mich nicht besonders für Politik“, ließ sich die 18 Jahre alte Schwimmerin Bayan Jumah zitieren. Ihre Familie lebt in Aleppo, das seit Tagen unter dem Dauerbeschuss des Assad-Regimes liegt. Der Reiter Ahmad Saber Hamcho, Sohn einer der reichsten Männer Syriens, sagte sogar: „Meine Regierung beschützt ihr Volk vor Typen mit Waffen.“

Die Geschichte einer syrischen Märtyrer-Mannschaft, die in London für den Frieden antritt, wäre zu schön gewesen. Sie ist nicht wahr.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben