Sport : Ohne Haftung in Hockenheim

Michael Schumacher startet heute nur von Platz sechs

Frank Bachner

Juan Pablo Montoya stand vor der Box von BMW-Williams. Er trug eine Designer-Sonnenbrille, und er winkte lässig, fast abgeklärt zu den Fans. Ralf Schumacher stand auch vor der Box von BMW-Williams, er winkte auch zu den Fans, aber es wirkte nicht ganz so abgeklärt. Vor allem aber hob er zwei Sekunden später bedauernd die Hände. Hat nicht ganz gereicht, signalisierte diese Geste.

Es hat, genau gesagt, nicht ganz zur Poleposition beim Großen Formel-1-Preis von Hockenheim (Sonntag, 14 Uhr, live in RTL und Premiere) gereicht. Ralf Schumacher (1:15,185 Minuten) landete am Sonnabend im Qualifying nur um Bruchteile einer Sekunde auf dem zweiten Platz. Auf die Poleposition raste sein Teamkollege Montoya (1:15,167 Minuten). Der Brasilianer Rubens Barrichello landete mit seinem Ferrari auf dem dritten Platz. Sein Teamkollege Michael Schumacher kam lediglich auf den sechsten Platz.

Ralf Schumacher sah noch bis kurz vor dem Ziel wie der Sieger aus. Der 28-Jährige verlor aber im letzten Sektor die entscheidenden Sekundenbruchteile. Enttäuscht war er aber nicht. „Der Abstand ist minimal. Ich muss halt versuchen, morgen als Erster in die Kurve zu kommen“, sagte er. Neben ihm saß Montoya, ohne Brille, aber so abgeklärt wie in der Box, lobte lässig sein Team und ist sich sicher, „dass die Hitze beim Rennen ein wichtiger Faktor ist“. Barrichello dagegen konnte nur mit den Schultern zucken: „Wir sind am Limit gefahren, mehr ging einfach nicht.“

Dass Barrichello schneller fuhr als Michael Schumacher, bedeutet aller Wahrscheinlichkeit nach, dass der Weltmeister mit mehr Benzin ins Qualifying ging und sein Auto schwerer war. Vor ihm lag sogar noch Jarno Trulli (Renault) als Vierter. Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes), Michael Schumachers größter Rivale in der Gesamtwertung, startet auf Platz fünf. Trotzdem, Platz sechs, das ist hart für den Weltmeister. „Das Auto lag nicht so ruhig, wie ich mir das gewünscht hätte“, sagte er. „Aber ich gehe schon davon aus, dass wir im Rennen um die vorderen Plätze mitfahren.“

Dass Ferrari nicht an die beiden BMW-Williams herankommen würde, das war am Sonnabend von vornherein klar. Das Thermometer an der Strecke zeigte 30 Grad. Die Bridgestone-Reifen von Ferrari sind bei diesen Temperaturen den Michelin von BMW-Williams weit unterlegen. Da nützte es auch nicht, dass die Zuschauer aufstanden und jubelten, als der Weltmeister vorbeiraste. Ob Ferrari beim Rennen stärker auftrumpfen wird als beim Qualifying, wie Michael Schumacher verkündet, ist ziemlich fraglich. Es wird wieder ein Duell der Reifen. Und da sieht es nicht gut aus für die Ferrari-Piloten. Für Sonntag sind mehr als 30 Grad angekündigt.

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