Sport : Ohne Heimsieg in den Winter

Hansa Rostock überzeugt zwar gegen Borussia Dortmund, kommt aber trotzdem nicht über ein 1:1 hinaus

Kerstin Hebeler[Rostock]

Wie wichtig Christoph Metzelder für seine Mannschaft Borussia Dortmund ist, zeigte er einmal mehr beim Spiel gegen Hansa Rostock. Der 24-Jährige, der erst am Dienstag nach fast 21 Monaten Verletzungspause bei Dortmunds Amateuren sein erstes Punktspiel bestritten hatte, sollte eigentlich nur auf der Ersatzbank Platz nehmen. Doch in der 69. Minute schickte ihn Dortmunds Trainer Bert van Marwijk aufs Feld. „Es war ein Risiko. Doch es handelte sich um einen Notfall. Wir waren hinten zu unsicher. Ich musste für Ruhe sorgen“, rechtfertigte dieser seine Entscheidung. Und das klappte auch dank Metzelder. Dortmund spielte in Rostock 1:1 (1:1). Und dieses Remis war aus Sicht der Borussen ein Erfolg. „Ich bin froh, dass wir nicht verloren haben“, betonte van Marwijk.

Dass die Rostocker nach acht Heimniederlagen in Folge das erste Mal in dieser Saison zu Hause einen Punkt holten, lag vor allem an ihrer kämpferischen Leistung. Marcus Allbäck, der bislang nur bei seiner Premiere im Ostseestadion gegen Kaiserslautern zweimal getroffen hatte, köpfte in der 32. Minute zum 1:0 ein. Doch der Jubel der Rostocker Fans war kaum verhallt, da schoss Dortmunds Sebastian Kehl in der 40. Minute aufs Tor – und traf: Delano Hill hatte den Ball unglücklich zum 1:1 abgefälscht.

Doch anders als in den vergangenen Partien, ließ sich Rostock durch den Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen. Vor allem in der zweiten Halbzeit erspielten sich die Hanseaten mehrere Chancen, die sie zum Teil jedoch kläglich vergaben. „Aber wenigstens hatten wir einige Möglichkeiten, das war ja auch schon mal anders“, sagte Rostocks Torhüter Mathias Schober. Ähnlich argumentierte auch Hansas Trainer Jörg Berger: „Im Vergleich zum Heimspiel gegen Leverkusen haben wir uns deutlich gesteigert. Das ist eine Grundlage für die nächsten Wochen.“ Mit dem einen Punkt war er dennoch nicht zufrieden. „Ich glaube, die Dortmunder hatten nach dem Wiederanpfiff gerade mal eine halbe Möglichkeit“, so Berger.

Dortmund konnte an die letzte Viertelstunde in der ersten Halbzeit, in der sie das Spiel dominierten, nicht anknüpfen. Saft- und kraftlos verrichteten sie fortan ihren Dienst. Dortmunds Torschütze Kehl blickte trotzdem nach vorn: „Wir müssen das verkorkste Jahr 2004 abhaken und wieder zu unserer Stärke finden.“ Doch wie das gehen soll, schien auch van Marwijk nicht zu wissen. „Wir haben nicht verloren und machen jetzt Urlaub“, sagte er ratlos. Dortmund spielt so, wie man es noch von Dauerpatient Metzelder erwarten könnte. Doch im Gegensatz zu seiner Mannschaft, befindet sich der auf dem Wege der Besserung.

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