Sport : Ohne Kraft und Leidenschaft

Alba Berlin kämpft mit personellen Problemen und belegt beim eigenen Turnier um die Basketball-Trophy nur Platz drei

Benedikt Voigt

Berlin. Am Tag nach der Berliner Basketball-Trophy freute sich Emir Mutapcic. „Alle sind zufrieden“, sagt der Trainer von Alba Berlin, „wir haben keinen Fehler gemacht.“ Er meinte den organisatorischen Teil.

Über den sportlichen Teil lässt sich das bei Alba Berlin nicht sagen. Einem Sieg gegen Slask Wroclaw (81:77) folgten Niederlagen gegen Maccabi Tel Aviv (70:89) und Partizan Belgrad (88:90). Alba landete vor insgesamt knapp 14 000 Zuschauern an drei Tagen lediglich auf Platz drei. Hinter Belgrad und dem Europaligafavoriten Tel Aviv. „Mit dem Resultat können wir nicht zufrieden sein“, sagt Emir Mutapcic, „aber es gibt dafür auch Gründe.“ So fehlte Aufbauspieler Mithat Demirel in allen drei Partien wegen Knieschmerzen. „Mithat wollte spielen, aber ich habe mich dagegen entschieden“, sagt Mutapcic, „das Turnier war wichtig, aber nicht so wichtig.“ Ein Einsatz hätte ihn womöglich zehn Tage zurückgeworfen. Im ersten Bundesligaspiel am Samstag in Gießen wird der Aufbauspieler wohl spielen.

Neben einigen dummen Ballverlusten, die sich Alba in der Schlussphase gegen Belgrad leistete, fehlte den Berlinern in allen drei Spielen die Kraft. „Die Spieler sind müde“, sagt Mutapcic. Centerspieler Jovo Stanojevic konnte wegen einer Verletzung noch nicht lange trainieren. „Er hat in der zweiten Halbzeit meistens nachgelassen.“ Und Stefano Garris ist nach seiner allergischen Reaktion auf eine Tetanusspritze ebenfalls noch nicht bei Kräften. Im dritten Spiel konnte auch Nationalspieler Marko Pesic nicht mehr wie gewohnt helfen. Er hatte gegen Tel Aviv einen Schlag auf den Kopf bekommen und klagte in der Halbzeitpause gegen Belgrad über Kopfschmerzen. Mit seinen Zugängen John Best und Szymon Szewczyk war der Trainer insgesamt zufrieden, wenngleich die Abstimmung mit den Teamkollegen in vielen Situation noch nicht stimmte. Nach der Niederlage gegen Tel Aviv waren die Alba-Spieler enttäuscht aus der Schmeling-Halle geschlichen. „Die Enttäuschung darf nicht lange bleiben“, sagt der Trainer, „wir brauchen mehr Leidenschaft und Spaß.“

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