Sport : Ohne Pfiff

Hansa Rostock ärgert sich nach dem 2:2 in Freiburg über einen unberechtigten Elfmeter

Christoph Kieslich

Freiburg. Nach dem Spiel hatte Freiburg noch einen kleinen Temperaturanstieg parat: Der Ort der Pressekonferenz dürfte mindestens so unangenehm gewesen sein wie das Plätzchen unten am Spielfeldrand, wo Armin Veh mit seiner Mannschaft litt, als aus einem schon sicher geglaubten Sieg noch ein Unentschieden wurde. Die Freiburger holten einen 0:2-Rückstand noch auf und der Rostocker Trainer war frustriert. „Normalerweise gewinnst du so ein Spiel“, sagte Veh. Und dann fügte der Trainer noch hinzu: „Eigentlich.“

Es war ein Pfiff von Schiedsrichter Peter Sippel, der Veh so in Rage gebracht hatte. Ein Pfiff, ohne den Veh wohl einen schöneren Nachmittag gehabt hätte: Sippel hatte – wohl als Einziger im Dreisam-Stadion - ein elfmeterreifes Foul im Rostocker Strafraum gesehen. Den Strafstoß verwandelte schließlich Soumaila Coulibaly für Freiburg. „Und nach dem Anschlusstreffer haben die Freiburger die zweite Luft bekommen“, sagte Veh.

Es wird die Rostocker wenig trösten, dass die letzten Zweifel an der Szene im Rostocker Strafraum von den diversen Perspektiven der Fernsehkameras ausgeräumt wurden: Godfried Aduobe hatte in der 54. Minute eindeutig den Ball gespielt, ehe er mit Zlatan Bajramovic kollidierte. Die Strafstoßentscheidung war somit eine Fehlentscheidung des in der Situation gut postierten Schiedsrichters Sippel.

Für Rostocks Innenverteidiger Jochen Kientz, der für seinen berechtigten Protest die Gelbe Karte gesehen hatte, war es die Wende in der Partie. „Es war mehr drin für uns“, sagte Kientz. Wenn da dieser Elfmeter und der Fall von Bajramovic nicht gewesen wären: Aus dem vermeintlichen Opfer wurde nach dem Spiel der Angeklagte, wobei ihm in der dieser Situation eigentlich keine Schwalbe zu unterstellen war. Doch der Bosnier Bajramovic reklamierte Sippels Geschenk nicht und hätte nach dem Spiel besser geschwiegen. „Ich hätte den Elfmeter nicht gegeben“, sagte er. Und dann gab es noch ein paar verbale Windungen: „Das soll aber nicht heißen, dass ich sicher bin, dass es kein Elfmeter war.“

Die Freiburger hatten bis zum 1:2 größte Mühe mit Hansa und den gefährlichen Rostocker Kontern gehabt. Und schließlich hatten Rade Prica und Martin Max ja auch mit zwei sehenswerten Toren für Hansa getroffen und die komfortabel erscheinende Führung ermöglicht. Doch am Ende reichte es nur zu einem Punkt und zu der Erkenntnis, dass in Freiburg für Hansa wenig zu holen ist: Am Sonnabend scheiterte der siebte Anlauf der Norddeutschen, im Dreisam-Stadion zu gewinnen.

Allerdings war Hansa wohl auch selbst nicht ganz unschuldig am Spielausgang. Die Rostocker hätten in der zweiten Halbzeit auch mehr Mühe investieren müssen. „Unser Manko war, dass wir viele Konter nicht gut zu Ende gespielt haben“, sagte Veh. Der Wechsel vom angenehmen Seeklima in Rostock in die Hitze am Oberrhein schien sich mit zunehmender Spieldauer bemerkbar zu machen, jedenfalls wirkten die Rostocker immer kraftloser: „Wir standen doch nur noch hinten drin“, sagte Torschütze Max. „Das zweite Freiburger Tor lag in der Luft.“ Rade Pricas Chance in der 73. Minute war in der Schlussphase die letzte nennenswerte Offensivaktion der Rostocker.

Der bittere Ausgleich gegen die Rostocker wäre aber nicht möglich gewesen ohne den kapitalen Fangfehler von Torwart Mathias Schober, dem die harmlose Kullerhereingabe Bruno Berners von der Brust sprang und auf den Kopf von Bajramovic und von dort ins Rostocker Tor. Hätte Schober nicht wenige Sekunden später bei einem Kopfball von Oumar Kondé reflexartig reagiert, die Rostocker hätten gänzlich mit leeren Händen da gestanden.

Das aber konnte den Rostocker Torwart nicht trösten. „Der Ausgleich ist mein Ding“, sagte Schober. „Ich habe unseren Sieg zunichte gemacht.“ Auch der schwitzende Rostocker Trainer Armin Veh wollte sich mit dem Unentschieden einfach nicht anfreunden. Für ihn aus gutem Grund. „Denn wir haben heute in Freiburg zwei Punkte verloren.“

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