Sport : Ohne Seele

Bobics Tor für Hannover stürzt Lautern in neue Depressionen

Oliver Trust

Kaiserslautern. Das Gesicht von Trainer Erik Gerets war wie versteinert. René C. Jäggi, der neue Mann an der Spitze des 1. FC Kaiserslautern, schaute drein wie bei einer Beerdigung. Von den fast 33 000 Zuschauern hagelte es Pfiffe, und die Spieler gingen gesenkten Hauptes vom Platz. Es sollte die Fortsetzung einer Aufholjagd werden, die mit einem 2:2 in Rostock und dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale in Cottbus begonnen hatte. Heraus kam eine bittere Niederlage, die die Pfälzer wieder in tiefe Depressionen stürzte. 0:1 hieß es gegen den überlegenen Aufsteiger Hannover 96. Sieben Punkte zu einem Nicht-Abstiegsplatz, nur magere fünf Punkte aus fünf Heimspielen. „Alles, was wir uns in den letzten Wochen aufgebaut haben, haben wir heute in 45 Minuten weggeschmissen“, sagte Gerets. „Das erste Mal, seitdem ich hier Trainer bin, habe ich eine Mannschaft ohne Seele gesehen.“

Auch Mario Basler war sauer. „Von dem, was die 96er-Stürmer gespielt haben, können sich unsere Stürmer eine Scheibe abschneiden“, sagte er. Dabei war Miroslav Klose noch einer der auffälligsten im roten Trikot. Basler dagegen war meist zu langsam für die schnellen Männer von Trainer Ralf Rangnick. Auch das Siegestor der Hannoveraner kam einer Demütigung gleich. Der Spanier Jaime bediente Fredi Bobic, der eine starke Partie spielte und zu den Besten seiner Elf gehörte. Der ehemalige Stuttgarter schoss den Ball, umzingelt von lethargischen Pfälzer Abwehrspielern, zu seinem achten Saisontreffer ins Netz.

Nun hofft Bobic noch mehr als zuvor auf einen Anruf von Rudi Völler fürs Länderspiel gegen die Niederlande. „Ich bin keine Jungfrau mehr und würde nicht das erste Mal in der Nationalelf spielen“, sagte Bobic. Das letzte Wort hat Völler.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben