Sport : Ohne Stallorder

Rubens Barrichello fährt in Ungarn auf die Poleposition

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Budapest (Tsp). Da behaupte noch einer, Michael Schumacher, der seit dem 21. Juli in Magny-Cours erneut als Formel-1-Weltmeister feststehende Ferrari-Star, würde seinem Team-Kollegen Rubens Barrichello ab sofort für jedemann sichtbar die Spitze überlassen. Zwar hatte Schumacher vor dem Großen Preis von Ungarn, dem 13. von 17 WM-Läufen in dieser Saison, diese Möglichkeit mit Blick auf den möglichen zweiten WM-Platz für den Brasilianer und den Konstrukteurstitel für Ferrari angekündigt, aber beim Qualifikationsrennen kämpfte Schumacher um jedes Tausendstel. Dass am Ende der einstündigen Rundenjagd dennoch Barrichello auf die Poleposition für den heutigen Grand Prix auf dem Hungaroring (14.00 Uhr/RTL und Premiere) fuhr, war allein auf dessen Können zurückzuführen.

Im Qualifying versuchte Michael Schumacher alles, um die von Barrichello vorgelegte Zeit von 1:13,392 Minuten kurz vor Schluss doch noch zu unterbieten. Am Ende blieb der fünfmalige Weltmeister um 0,059 Sekunden nach der 3,975 km langen Runde auf Rang zwei. „Ich war heute einfach nicht so gut wie Rubens. Jetzt haben wir eine gute Ausgangsposition, um den Job so hinzubekommen, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Michael Schumacher. Der sonst so siegeshungrige 33-Jährige verzichtete freiwillig auf eine seiner vier schnellen Runden.

Wie schließlich die Renntaktik aussehen wird - und da darf man Schumachers Ankündigung ernst nehmen, dass er Barrichello etwas an Hilfe zurückgeben wird - ist etwas völlig anderes. „Ich unterstütze Rubens. So wie in Österreich wird es nicht laufen, wir haben daraus gelernt. Aber die Teamorder wird es immer auf die eine oder andere Weise geben“, kündigte Michael Schumacher noch einmal an. Beim Grand Prix in Spielberg hatte Barrichello die Nummer eins im Team kurz vor der Ziellinie demonstrativ vorbeifahren lassen, damit für viel Kritik gesorgt.

„Best of the rest“ war BMW-Williams-Pilot Ralf Schumacher. Er verwies seinen kolumbianischen Teamkollegen Juan Pablo Montoya auf Rang vier. „Wir haben ein sehr schwieriges Wochenende und in letzter Minute mit radikalen Änderungen am Auto noch das Maximale rausgeholt“, sagte Ralf Schumacher: „ Ferrari ist Favorit. Die Strecke hier ist wie Monaco ohne Leitplanken.“

Mit einem Desaster, vor allem wegen der wenig konkurrenzfähigen Michelin-Bereifung, endete das Zeittraining für das einstige Weltmeister-Team McLaren Mercedes. Während David Coulthard als Zehnter auf einen Platz in der fünften Startreihe fuhr, steht Kimi Räikkönen als Elfter wieder einmal hinter dem Routinier aus Schottland.

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