Sport : Ohne Tore und Emotionen Der Kölner Trainer Soldo wirkt zunehmend ratlos

Köln - Die Pfiffe der Kölner Fans waren erst zehn Minuten verklungen, da flüchtete Lukas Podolski bereits frustriert aus dem Stadion. Nicht nur dem seit 793 Bundesligaminuten torlosen Nationalstürmer fehlten für den peinlichen Auftritt beim 0:4 (0:2) gegen 1899 Hoffenheim die passenden Worte. „Ich muss mich entschuldigen für eine desolate Leistung“, sagte Trainer Zvonimir Soldo. Nach der fünften Heimniederlage steckt der 1. FC Köln im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga.

Besonders die Slowenen Milivoje Novakovic und Miso Brecko vermittelten nicht den Eindruck, als würden sie nach dem Ärger der vergangenen Tage vollen Einsatz zeigen. Mit „taktischen Gründen“ erklärte Soldo, warum er Brecko nach 29 Minuten und Novakovic nach einer Halbzeit ausgewechselt hatte. Der FC-Kapitän hatte dem Verein am Freitag wegen der erzwungenen Heimreise per Privatjet „wenig Respekt“ vorgeworfen. Die Aufständigen, die nach geschaffter WM-Qualifikation in der Heimat feiern wollten, wurden „rein materiell bestraft“, wie es der Kölner Manager Michael Meier sagte.

Der zunehmend ratlos wirkende Trainer Soldo muss hingegen noch keine Konsequenzen befürchten. „Warum soll ich das beantworten? Das ist doch selbstverständlich“, gab Meier auf die Frage zurück, ob der Kroate auch am Freitag im nächsten Bundesligaspiel auf der Bank sitzen wird. Dann muss die „schwer emotionalisierbare Mannschaft“ (Meier) in Bochum die Lethargie ablegen: In den vergangenen vier Spielen schoss das Team insgesamt nur achtmal aufs Tor. Beim Abstiegsduell fehlt der gelbgesperrte Podolski, der sich im Vergleich zur erfolgreichen Zeit im Nationaldress wie in einer schlimmen Kölner Parallelwelt fühlen muss. Hinterher fasste einzig der 20 Jahre alte Kevin Pezzoni die Situation zusammen: „Es standen nicht elf Leute auf dem Platz, die zusammenhalten, sondern jeder hat für sich selbst gespielt.“ dpa

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