Sport : Ohne Tore und ohne SforzaLautern – 1860 München 0:0

NAME

Kaiserslautern. Eric Gerets rührte missmutig im Kaffee. Obwohl der Belgier seiner Mannschaft bescheinigte, sie „habe mehr Fußball drin gehabt“, bleibt der 1. FC Kaiserslautern Tabellenletzter. „Wir werden noch Monate hart arbeiten müssen, um da unten rauszukommen“, sagte der 48-Jährige nach dem 0:0 gegen 1860 München. Gerets senkte den Kopf und atmete besonders tief durch. Das lag am nächsten Problem, an dem auch sein neuer Klub eine gewisse Mitschuld trägt. Ciriaco Sforza stand zwar auf dem Spielberichtsbogen, den Kapitän Thomas Hengen Schiedsrichter Kurt Kircher übergab. Der Schweizer aber saß weder auf der Bank, noch tauchte er auf dem Spielfeld auf.

„Wir haben am Morgen beschlossen, dass er heute nicht dabei sein wird“, sagte Gerets. Kaum hatte er den Mund wieder geschlossen, entschuldigte sich Pressesprecher Michael Novak für das Missverständnis: „Ein Kommunikationsproblem.“ Die Pfälzer hatten sich durch ihre Panne der Möglichkeit beraubt, einen weiteren Spieler zu nominieren. Sforzas Abstinenz läge in erster Linie an der schlechten Presse in dieser Woche. „Bild“ hatte einen Artikel unter der Überschrift „Sforzas Armutszeugnis“ veröffentlicht und ordentlich auf den Schweizer eingehauen. „Das war nicht immer fair“, sagte Gerets. „Ich habe die ganze Woche gemerkt, dass er nicht glücklich ist. Er selbst hat sich professionell verhalten und gemeint, es wäre besser für die Mannschaft, wenn er nicht dabei ist.“ Das habe nichts mit seiner Absicht zu tun gehabt, Sforza auf die Bank zu setzen.

Sforza weilte im Stadion, kam aber stolze 20 Minuten zu spät. Die Begründung des Schweizers: Stau. Sforza selbst wollte dazu keine Stellung nehmen. „Er kommt da wieder raus“, sagte der Generalbevollmächtigte Rene C. Jäggi, der trotz allem „eine unglaubliche Euphorie im Verein“ sieht.

Ein wenig davon war auch im Stadion spürbar. Die Fans pfiffen trotz haarsträubender Fehler der Abwehr nicht, und in der zweiten Hälfte kämpften die FCK-Profis wie selten zuvor. Miroslav Klose traf nur die Latte, Kopfbälle von Vratislav Lokvenc und Alex Knavs holten Kurz und Costa von der Linie. „Heute stand eine Mannschaft auf dem Platz, die gewinnen wollte“, sagte Hengen. In der 90. Minute hatten sie freilich auch Glück. Thomas Häßler stand frei vor dem Lauterer Tor, zögerte aber zu lange. Eine Niederlage wäre wohl auch das Letzte gewesen, was Kaiserslautern an diesem Tag vertragen hätte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar