Sport : Ohne Trainer, ohne Punkte

Claus Vetter

Auch wenn der Chef hinter der Bande fehlte, kopflos zeigten sich die Spieler des EHC Eisbären am Freitag nicht. Vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Sportforum Hohenschönhausen zeigten die Berliner ohne ihren aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Trainer Pierre Pagé gegen die Kölner Haie eine ansprechende Vorstellung - auch wenn die Eisbären die Partie mit 3:5 (0:0, 1:2, 2:3) verloren und deshalb vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde weiter um den Einzug in die Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zittern müssen.

Schon am Donnerstag hatte Pagé beim Training nicht den glücklichsten Eindruck hinterlassen, gleich zwei Wollmützen hatte sich der Trainer des EHC aufgesetzt. Geholfen hat es wohl nicht, noch am Abend musste Pagé ins Krankenhaus: Der Kanadier laboriert an einer fiebrigen Entzündung im Ohr und wird seinen Platz erst am Mittwoch wieder einnehmen können. Am Sonntag in Schwenningen und am Dienstag in Krefeld wird Pagé von seinen Kotrainern Hartmut Nickel und Tom Skinner vertreten, das Duo gab auch gestern die Kommandos.

Zugehört haben die Spieler vielleicht nicht immer: Die Abschlussschwäche war unübersehbar bei den Eisbären, die Chancen im Übermaß vergaben. Auch dank des Engagements der Haie entwickelte sich eines der interessantesten und temporeichsten Spiele, das die Fans in dieser Saison zu sehen bekommen haben. Doch trotz offensiver Marschroute auf beiden Seiten wollte der Puck lange nicht ins Tor: Als es dann doch passierte, ging alles ganz schnell: Norris brachte Köln in der 36. Minute in Führung, Leask glich aus, bevor Schinko das 2:1 für die Haie erzielte. Die drei Treffer fielen binnen 55 Sekunden. Bis zum verdienten Ausgleich für die Eisbären dauerte es dann eine Weile: In der 46. Minute war Verteidiger Keith Aldridge mit einem Distanzschuss erfolgreich. Dem früheren Eisbär Thomas Schinko gelang sieben Minuten vor Schluss sein zweites Tor, Steve Larouche glich noch einmal aus. Doch vier Minuten vor Schluss besiegelte Corey Millen mit einem Stochertor die Niederlage der Berliner, wenige Sekunden vor Schluss traf Millen auch noch ins verwaiste Berliner Tor. Torwart Shulmistra hatte für einen Feldspieler auf der Bank Platz genommen.

Während die Eisbären um die Play-offs zittern, geht es für die Capitals schon lange um nichts mehr. Vielleicht macht sie gerade das für die Gegner im Moment so unangenehm. Beim Tabellenführer Krefeld gingen die Berliner durch Funk und Kercs im ersten Drittel zweimal in Führung. Die Pinguine zeigten ihr schwächstes Heimspiel - und siegten am Ende doch mit 5:3 (1:2, 2:0, 2:1). Das dritte Berliner Tor erzielte Hynes.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben