Sport : Ohne Vertrag zum Deal

Premiere überträgt Albas Basketballer in Bonn live

Benedikt Voigt

Berlin – Entgegen einer landläufigen Meinung braucht man nicht für alle geschäftlichen Beziehungen einen Vertrag. Zumindest nicht am Anfang. Im Basketball wird am Samstag erstmals der Bezahlsender Premiere das Spitzenspiel Telekom Baskets Bonn gegen Alba Berlin (18.30 Uhr) übertragen, obwohl zwischen der Basketball-Bundesliga (BBL) und dem Fernsehsender noch keine schriftliche Vereinbarung existiert. Premieres Sprecher Dietrich Wöstehoff sagt: „Wir übertragen auf jeden Fall, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“ Zwar gebe es noch keinen Vertrag mit der Basketball-Bundesliga, trotzdem sagt Wöstehoff: „Wir haben einen Deal.“

Beide Seiten hoffen, dass ihre Zusammenarbeit vor dem Sprungball noch schriftlich fixiert sein wird. Allerdings sagt der BBL-Geschäftsführer Otto Reintjes: „Ich weiß nicht, ob wir das bis Samstag noch hinkriegen.“ Er hat nach dreiwöchiger Krankheit die Verhandlungen mit dem Sender wieder übernommen.

Im September ist der Sender DSF aus seinem Vertrag mit der BBL ausgestiegen. Seitdem verhandelt die Liga mit Premiere. Im Programmheft vom 22.Oktober kündigte der Sender bereits die Übertragung des Spiels vom Samstag an. Auch der Vertragsrahmen steht schon seit längerem fest. 65 Livespiele pro Saison garantiert Premiere, zudem dürfen bis zu fünf Spiele auch auf anderen Sendern wie TV Berlin live gezeigt werden. Dieser überträgt in dieser Saison live alle Heimspiele von Alba Berlin im Uleb-Cup sowie ausgewählte Auswärtsspiele.

Warum aber dauert es so lange mit dem Vertragsabschluss zwischen Premiere und der Basketball-Bundesliga? „Die Vereine schätzen die Fernsehsituation unterschiedlich ein“, sagt Reintjes. „Es geht darum, welche Rechte Premiere bis ins kleinste Detail bekommt.“ Zuletzt verhandelte man um die Präsenz des Senders in der Halle, zum Beispiel auf der Bandenwerbung. Reintjes ist an das Votum der Manager aus der Arbeitsgemeinschaft Bundesliga gebunden. Diese wirkt zerstritten. Ein Vereinsmanager, der ungenannt bleibt, stellte unlängst die gesamte BBL in Frage. Er sagte der Zeitschrift „Sponsors“: „Entweder schafft sie in dieser Saison die Wende, oder das Kapitel BBL könnte erledigt sein.“

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