Sport : Ohne Zwille und Zaubertrank

Ron Ulrich
Er schießt wie ein Großer. Der 18 Monate junge Baerke van der Meij ist im Internet ein Star. Nun hat ihn der holländischer Erstligist VVV Venlo verpflichtet – für zehn Jahre. Was das soll, lesen Sie auf Seite 1 und bei www.tagesspiegel.de/sport Screenshot: Tsp
Er schießt wie ein Großer. Der 18 Monate junge Baerke van der Meij ist im Internet ein Star. Nun hat ihn der holländischer...

Wir haben 100 Leute gefragt: Nennen Sie uns ein Wort mit Eis, das Sie mit dem Frühling in Verbindung bringen.“ Hätte Moderator Werner Schulze-Erdel in der in den Neunzigerjahren beliebten Sendung „Familien-Duell“ diese Sätze gesagt, „Eishockey“ wäre mit Sicherheit nicht die Top-Antwort gewesen. Das kann sich nun ändern.

Im letzten Jahr feierte die deutsche Auswahl bei der Heim-WM einen Überraschungssieg gegen die USA und einen sensationellen vierten Platz. Es war die Rede von einem „Märchen“, doch der Stoff des gestrigen Sieges gegen Russland wäre nicht nur für Autoren von Hollywood-, sondern auch von Bollywood-Filmen zu kitschig gewesen. Die Ausgangslage: Deutschland muss auf den NHL-Spieler Christian Ehrhoff verzichten, sowohl der Trainer Uwe Krupp als auch Sportdirektor Franz Reindl haben ihren Abgang nach der WM bereits bekannt gegeben. Es wartet mit Russland ein Gegner, der Rekordweltmeister ist. Die WM-Bilanz Deutschlands gegen Russland: 37 Spiele, 37 Niederlagen.

Da hätte selbst David gegen Goliath irgendwann die Zwille entnervt beiseite gelegt, den Galliern wäre im Kampf gegen die Römer der Zaubertrank ausgegangen. Das deutsche Team jedoch gewann 2:0, der Under-Underdog schlägt die Übermächtigen ohne Gegentor. So romantische Geschichten schreibt Eishockey – ohne dass dabei geheiratet werden muss.

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