Sport : Oi, Oi, Oi

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Benedikt Voigt erklärt, warum

australische Sportfans seltsam sind

Es mag an der starken Sonneneinstrahlung auf der Terra Australis liegen oder an der Abgeschiedenheit vom Rest der Welt. In Australien jedenfalls wird Sport ein wenig anders betrieben. Nur dort wird beispielsweise Australian Football gespielt. Bei diesem Spiel prügeln sich jeweils achtzehn Männer so gnadenlos um einen Ball, dass American Football oder Rugby dagegen Denksportarten sind. Auch Cricket zählt zu jenen Freizeitbeschäftigungen, mit denen man in Australien die Menschen begeistern kann. Das ist ein Spiel, bei dem jemand, der nicht aus einer Commonwealth-Nation stammt, noch nicht einmal aus dem Ergebnis ablesen kann, wer eigentlich gewonnen hat. Kein Wunder also, dass auch die Sportfans in Australien ein wenig anders sind.

Greg und Diane Davis zählen zu jener seltsamen Spezies. Sie haben sich für 4200 Euro beim Patentamt die Rechte an dem australischen Schlachtruf „Aussie, Aussie, Aussie, Oi, Oi, Oi“ gesichert. „Es ist ein australischer Ruf, und wir wollen ihn für die australische Öffentlichkeit schützen“, sagte Greg Davis dem Sportinformationsdienst. Auf so eine Idee kann nur ein Australier kommen. Oder hat man schon von einem Spanier gehört, der sich „Olé, Olé, Olé“ schützen ließ? Oder von einem Schalker Fan, der dasselbe mit „Steht auf, wenn ihr soundso seid“ tat?

Geld wollen die beiden mit ihrem Patent nicht verdienen. Die Australier können ihre Sportler weiter mit jenem Ruf anfeuern, den Seeleute im Zweiten Weltkrieg aus England, auf den fünften Kontinent brachten. Die Mienenarbeiter in Cornwall sollen vor dem Mittagessen gerufen haben: „Oggie, Oggie, Oggie, Oi, Oi, Oi“. Oggies sind in Cornwall Pasteten aus Fleisch und Gemüse. Auf die Idee, daraus einen Anfeuerungsruf zu machen, kamen aber erst – die Australier.

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