Sport : Old Trafford statt Auf Schalke

Das Finale der Champions League 2003 wird am 28. Mai in Old Trafford ausgetragen. Das gab die Europäische Fußball-Union Uefa am Donnerstag bekannt. Das 67 000 Zuschauer fassende Stadion von Manchester United erhielt damit den Vorzug unter anderem vor der Arena Auf Schalke, dem Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion und der AOL-Arena in Hamburg. Das Uefa-Cup-Finale findet am 21. Mai 2003 im Olympiastadion von Sevilla statt.

Trotz Kritik am Modus, der aus Sicht vieler Fans zu viele Spiele enthält, bleibt in der Champions League alles beim Alten. Der Europameister der Vereine wird auch in den drei Jahren ab 2003 unter 32 Mannschaften in 17 Spieltagen ermittelt. Mit dem entsprechenden Beschluss hat sich das Exekutivkomitee der Uefa vor allem dem Diktat des Geldes gebeugt. Weniger Spiele, wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur Verärgerung der Großvereine Bayern München und Bayer Leverkusen in einem Antrag gefordert, hätten weniger Einnahmen bedeutet. Der Uefa wäre es nicht möglich gewesen, ihre jährlichen Ausschüttungen von 1,2 Milliarden Mark aufrecht zu erhalten.

Sportpolitisch war bei der Uefa-Sitzung in Nyon von Bedeutung, dass der Europa-Verband seinen Druck auf Fifa-Präsident Joseph Blatter wieder erhöht. Die Uefa-Vertreter würden bei der Sondersitzung der Fifa-Exekutive am 18. Dezember in Zürich eine Reihe konkreter Fragen stellen, sagte Uefa-Präsident Lennart Johansson. Die Uefa sei auf die Wiederwahl von Blatter im kommenden Jahr nicht festgelegt: "Wenn ein anderer Kandidat kommt, entscheiden wir neu."

Auch die Bundesliga hat nun mit der Uefa-Entscheidung zur Champions League Planungssicherheit bis 2006. Sie kann sich mit bis zu vier Mannschaften für die Euro-Liga qualifizieren. Auf Grund der starken TV-Marktposition Deutschlands werden sich die Ausschüttungen an Bundesliga-Vereine eher noch erhöhen. Bayern München verdiente in der letzten Saison für seinen Champions-League-Titel über 90 Millionen Mark. Allerdings sprach Uefa-Generalsekretär Gerhard Aigner von einer "schwierigen Marktsituation". Erst im Januar will das Exekutivkomitee über seinen künftigen Rechtevermarkter entscheiden. Aigner: "Wir benötigen noch eine Verhandlungsrunde." Im Rennen sind der bisherige Schweizer Marketing-Partner Team und das US-Unternehmen IMG. Sie haben der Uefa zwischen 1 und 1,5 Milliarden Mark geboten. Offen ist auch, welche Sender ab der Saison 2003/2004 übertragen werden. Gedacht ist daran, an den Spieltagen Dienstag und Mittwoch Zusammenfassungen für das Free-TV anzubieten. Dies könnte bedeuten, dass in Deutschland künftig mehr Sender als bisher die Champions League übertragen könnten. Bis 2003 liegen die Rechte für das Free-TV bei RTL und für das Bezahl-Fernsehen bei Premiere World.

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