Sport : Olympia 2000: Drei neue Dopingfälle

Seit der Eröffnung des Olympischen Dorfes am 2. September in Sydney hat es keinen Dopingfall gegeben. Wie der Medizinische Direktor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Patrick Schamasch, mitteilte, seien 95 Urinproben und 45 Bluttests auf das Hormon Epo negativ verlaufen. Dagegen sind bei den seit April von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) vorgenommenen 1811 Tests zehn Sportler überführt worden. Einzelheiten dazu will Wada in Sydney bis zu Beginn der Spiele am kommenden Freitag bekannt geben.

Während die Tests in Sydney bisher ergebnislos verlaufen sind, wurden drei weitere Doping-Fälle bekannt. Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) hat die 400-m-Hürdenläuferin Judit Szekeres und den Sprinter Gabor Dobos (beide Ungarn) für zwei Jahre gesperrt. Wegen der Einnahme eines Anabolikums wurde auch der tschechische Gewichtheber Zbynek Vacura disqualifiziert.

Vacura befand sich schon auf der Anreise nach Sydney. Von Kuala Lumpur aus musste er die Rückreise in die Heimat antreten. An den beiden Vortagen waren bereits vier Fälle von Doping-Verfehlungen öffentlich geworden, zwei Gewichtheberinnen aus Taiwan und eine Leichtathletin sowie ein Reiter aus Kanada. Außerdem hatte China nach internen Kontrollen 27 Sportler aus dem Olympia-Aufgebot gestrichen.

Unklarheit herrscht weiterhin über den Fall des am Donnerstag bei der Einreise im Flughafen von Sydney festgenommene Usbeken. Die Zeitung "Daily Telegraph" berichtete am Freitag, der Mann habe 15 Ampullen des Wachstumshormons HGH im Gepäck mit sich geführt. Das Blatt gibt den Namen mit Sergej Woimow an, er sei Leichtathletik- Trainer im 123-köpfigen Team von Usbekistan. Trotzdem ist der Usbeke offenbar noch am Donnerstagabend ins Olympische Dorf entlassen worden, die Untersuchungen über den Inhalt der mitgeführten Ampullen laufen noch. Woimow drohen wegen der illegalen Einfuhr von Dopingmitteln eine Geldstrafe von maximal 125 000 Mark oder bis zu fünf Jahren Haft. Hormon HGH steht auf der Liste der verbotenen Mittel des IOC, kann aber noch nicht verlässlich getestet werden. Nach Einschätzung von Experten reichen 15 Ampullen HGH für die Versorgung eines Athleten für zwei Wochen. Neben den EPO-Tests soll es während der Spiele weitere 2500 Proben auf andere Dopingmittel geben.

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