Sport : Olympia 2000: Noch 10 Tage

Aborigines demonstrieren

Australiens Polizei hat die geplanten Olympia-Demonstrationen der Aborigines genehmigt. Vom 10. September an werden die Ureinwohner fünf Tage in Folge mit Menschenketten am Flughafen gegen den "weißen Rassismus Australiens" demonstrieren. Weitere Kundgebungen sind beim Sydney-Büro des australischen Premierministers, beim Hauptquartier des Olympia-Organisationskomitees und beim Rathaus geplant. "Wir haben eine stolze Tradition friedlicher Proteste. Ich erwarte, dass täglich 2000 Demonstranten die internationalen Besucher mit Plakaten empfangen werden", erklärte Aborigine-Führerin Jenny Munro.

Dopingtests bei Ankunft

Zahlreiche Athleten sind gleich bei ihrer Ankunft in Sydney von olympischen Dopingtestern "überfallen" worden. Zu den ersten von der australischen Antidoping-Agentur Asda getesteten Athleten gehörten der britische Hürden-Weltrekordler Colin Jackson und "Wunderschwimmerin" Inge de Bruijn (Holland). "Wir haben eine Art eigenen Geheimdienst entwickelt und wissen genau, wo die Athleten trainieren und Wettkämpfe bestreiten", sagte Asda-Chefin Natalie Howson. In den nächsten vier Wochen sollen 4500 Trainings- und Wettkampfkontrollen durchgeführt werden.

Training ohne Munition

Gewehrschützin Alexandra Ivosev aus Jugoslawien erklärte bei ihrer Ankunft in Sydney, sie habe in den vergangenen Monaten Probleme mit dem Training gehabt. Grund: Die Einfuhr von Munition nach Jugoslawien ist wegen des internationalen Embargos gegen das Land nahezu unmöglich. Trotzdem gilt Ivosev als eine der Goldfavoritinnen. Schon 1996 wurde sie Olympiasiegerin.

Offiziell verabschiedet

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat am Montagmittag die deutsche Olympia-Mannschaft am Frankfurter Flughafen offiziell vor ihrer Abreise nach Sydney verabschiedet. Der Minister hofft, dass die 433 deutschen Olympioniken Botschafter für Toleranz und Fairplay sein werden. Mit 73 Athleten, darunter Fechter und Radsportler, begab sich erstmals ein großer Teil des Teams auf die rund 30-stündige Reise.

Viel Geld vergessen

Kanadas olympische Hochsprung-Medaillenhoffnung Mark Boswell ist um rund 15 000 Mark ärmer. Der 22-jährige WM-Zweite von 1999 vergaß auf dem Weg in das Abschluss-Trainingslager nach Brisbane auf dem dortigen Flughafen seine Brieftasche im Korb eines Gepäckwagens. Darin befanden sich 7000 Dollar Bargeld, Boswells Pass und Kreditkarten. Der Hochspringer war zuletzt Sieger beim Istaf in Berlin.

Samaranch bevorzugt es einfach

Elf Tage vor Beginn der Olympischen Spiele ist der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch, in Sydney eingetroffen. "Unsere australischen Freunde haben sieben Jahre hart gearbeitet. Ich hoffe, dass sie den Preis bekommen, den sie verdienen", sagte Samaranch. Er ließ sich vom Flughafen demonstrativ in einem Kleinbus zu seinem Hotel chauffieren. Zudem kündigte er seinen Verzicht auf die teuerste Suite in dem Fünf-Sterne-Hotel in Sydneys Innenstadt an.

Nigeria verbannt acht Athleten

Nigerias Sportfunktionäre haben acht Athleten das Olympia-Startrecht entzogen und nach deren Weigerung, Sydney wieder zu verlassen, eine Suspendierung für Wettkämpfe jeder Art ausgesprochen. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, man habe die Athleten aus dem Team genommen, weil sie eine Start-Voraussetzung nicht erfüllt hätten. Bei der Weigerung, nach Lagos zurück zu fliegen, hätten sie anschließend auf dem Flughafen von Adelaide dem Ansehen des Landes geschadet.

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