Sport : Olympia 2012: Stuttgart ist vorn, Düsseldorf auch

Peking könnte für eine deutsche Stadt zum Glücksfall werden - das Nationale Olympische Komitee (NOK) wird nach der Wahl der chinesischen Hauptstadt für Olympia 2008 mit großer Wahrscheinlichkeit in das Rennen um die Spiele 2012 eingreifen. "Ich bin sicher, dass es bei unserer Mitgliederversammlung eine Mehrheit für eine Bewerbung gibt", sagte NOK-Präsident Walther Tröger in Moskau. Düsseldorf, Frankfurt/Main, Leipzig und Stuttgart stehen mit ihren Regionen bereits in Wartestellung, Hamburg könnte sich möglicherweise auch noch bewerben.

"Es mag sein, dass Europa nun gute Möglichkeiten hat, den Zuschlag für 2012 zu bekommen", sagte Tröger dem "Handelsblatt". "Aber es ist eben auch so, dass die Konkurrenz für den deutschen Kandidaten groß sein wird." Bereits jetzt haben Budapest, London, Madrid, Moskau und Rom ihre Bewerbung angekündigt, Paris und Istanbul werden ebenfalls als Olympia-Kandidaten erwartet.

"Nach dem heutigen Stand sind die vier deutschen Kandidaten ungefähr auf dem gleichen Level, wenngleich vor allem Leipzig in der einen oder anderen Sache noch Nachholbedarf nachgesagt wird", sagte Tröger. "Aber dazu muss man sagen: Es ist noch genut Zeit, da kann viel gemacht werden."

Der Fahrplan für den Bewerbungsmarathon ist vorgegeben. Am 3. November entscheidet die NOK-Mitgliederversammlung in Hamburg darüber, ob Deutschland kandidiert. Bis 2003 wird ein deutscher Bewerber nominiert. Das IOC wählt den Olympia- Gastgeber erst 2005. Würde das NOK schon morgen entscheiden, wären wohl Düsseldorf und Stuttgart die Favoriten. Beide Städte sind schon auf Stimmenfang. Frankfurt ist mit seinen Planungen im Hintertreffen. Und das Handicap von Leipzig drückte der Sportbeigeordnete der Stadt, Holger Tschense, so aus: "Nun müssen wir auch an das Solidargefühl der westdeutschen Bevölkerung appellieren."

Tröger mahnt zur Geduld. "unser NOK braucht die Spiele nicht", sagte Präsdient. "Aber die positiven Auswirkungen auf die Infrastruktur allein durch eine Bewerbung rechtfertigen den Einsatz. Die Begeisterung, die eine Kandidatur entfacht, hilft dem Sport weiter. Selbst wenn der erste Anlauf nicht erfolgreich ist."

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