Olympia 2016 in Rio : Hausding und Klein verpassen knapp eine Medaille

Synchronspringer Patrick Hausding und Sascha Klein verpassen knapp die erste deutsche Medaille.

Patrick Hausding und Sascha Klein.
Patrick Hausding und Sascha Klein.Foto: Reuters/Dominic Ebenbichler

Patrick Hausding und Sascha Klein zogen wenige Meter entfernt von der Siegerehrung ihr Olympia-Fazit. Als Vierte waren die Wasserspringer aus Berlin und Dresden bei der Medaillenvergabe nur Zaungast, hinter einer Plane freuten sich die anderen. Um 6,03 Punkte verpassten Hausding/Klein die ersehnte erste deutsche Olympia-Medaille in Rio. „Es ist bitter, wenn ein paar Zähler fehlen. Wir hätten die letzten drei Sprünge besser gestalten müssen“, sagte Klein.

Nach kleineren Fehlern mussten die Rekord-Europameister am Montag in ihrem wohl letztem gemeinsamen Wettkampf mit dem bitteren Resultat leben. Der Olympiasieg ging an Chinas Weltmeister Aisen Chen und Yue Lin. Zweite wurden David Boudia/Steele Johnson (USA) vor den Briten Tom Daley/Daniel Goodfellow.

Hausding und Klein stehen nach Olympia-Silber 2008 und dem WM-Titel von 2013 im wahrscheinlich letzten gemeinsamen Wettkampf ohne einen weiteren Erfolg da. Mit dem Erfolgs-Duo aus Berlin und Dresden bangten auf der Tribüne auch IOC-Präsident Thomas Bach und der deutsche Chef de Mission Michael Vesper. Hausding/Klein hatten wegen Verletzungen wieder kaum zusammen trainieren können, doch diesmal blieb das sportliche Happy End aus.

Allein die Blessuren und Verletzungen Hausdings hätten selbst Hobby-Sportlern problemlos eine Krankschreibung verschafft. „Vor zwei Wochen bei der Generalprobe in Italien hat es mir die Schulter weggehauen. Mit einer Cortisonspritze und Schmerzmitteln lässt es sich leben“, berichtet der Rekord-Europameister aus Berlin vom neuesten medizinischem Bulletin. Vorausgegangen waren andauernde Rücken- und Kniebeschwerden. „Ich habe ein MRT abgelehnt, vor Olympia hätte es nichts gebracht, sich unters Messer zu legen“, sagte Hausding und meinte neben der oft zwickenden Patellasehne einen maladen Schleimbeutel. Sascha Klein plagt derzeit eine Sehnenscheidenentzündung. Die beiden hatten jedoch schon mehrere ihrer neun gemeinsamen EM-Titel fast ohne gemeinsames Training gewonnen.

Erneut gelang Hausding kein spritzerfreies Eintauchen

Auch mit Wind und Regenwolken über dem Maria Lenk Aquatics Centre hatten Hausding/Klein bereits beim Weltcup ihre Erfahrungen gemacht. Im Februar waren die beiden Routiniers sogar bei Blitz und Donner gesprungen. „Wir Deutschen sind Wetterspringer“, hatte Hausding vor dem Wettkampf noch einmal auf die Qualitäten im Freien hingewiesen – obwohl es in Deutschland keine wettkampffähige Freiluft-Anlage gibt.

Die acht deutschen Wasserspringer hatten sich nach dem Trainingslager in Bozen an der brasilianischen Küste in Joao Pessoa vorbereitet – auch windumtost. Von den äußeren Bedingungen mit längerem Sirenen-Geheul von der benachbarten Straße ließen sich die Deutschen also nicht verrückt machen. Auch nicht von einem kleinem Malheur am Tag zuvor. „Sascha ist am Zeh von einer großen Fliege gebissen worden. Das sind Lapalien“, sagte Chefbundestrainer Lutz Buschkow.

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Olympia: Partystimmung in Rio
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Die ersten beiden Pflichtsprünge ließen noch Luft nach oben. Synchron waren sie, aber Hausdings Eintauchphasen waren nicht optimal und verhinderten optimale Noten. „Beide können sehr schwierig und sehr elegant tauchen. Von ihrer Dreh- und Winkelgeschwindigkeit sind sie sehr ähnlich und dementsprechend wirkt die Synchronität so angenehm und punktebringend“, erklärte Buschkow einige Vorzüge seiner Vorzeigespringer.

Doch diese Qualitäten kamen bei den ersten beiden Pflichtsprüngen nicht zum Tragen, erneut gelang Hausding kein spritzerfreies Eintauchen. Trotz zwischenzeitlichem Platz sieben nach drei von sechs Sprüngen war aber noch alles drin. Noch nicht einmal sieben Punkte betrug der Rückstand auf den Bronzerang.

Ein gelungener dreieinhalbfacher Salto rückwärts brachte Hausding/Klein zwischenzeitlich wieder nach vorn auf Platz drei. Das Rennen hinter Chinesen und den USA blieb eng, am Ende hatten die Briten im Bronze-Kampf das bessere Ende für sich. (dpa)

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