Sport : Olympia-Bewerbung: IOC soll das wahre Peking kennen lernen

Einige Angehörige chinesischer Dissidenten haben angesichts der Bewerbung Pekings um die Olympischen Sommerspiele im Jahre 2008 mit einer in New York stationierten Menschenrechtsorganisation einen offenen Brief an das Internationale Olympische Komitee (IOC) gerichtet und um ein Treffen im Rahmen der IOC-Inspektionsreise gebeten, die vom 21. bis 24. Februar erwartet wird. "Wir wollen dem IOC einen authentischen Bericht liefern, das IOC soll das wahre China kennen lernen, damit sich so schwarze Momente wie Olympia 1936 unter Adolf Hitler nicht wiederholen", erklärte Zhang Hong, Ehefrau des seit Jahren inhaftierten Menschenrechtlers Jiang Qisheng.

Man wolle keinen Boykott der Bewerbung Pekings, aber vor Olympischen Spielen in der chinesischen Hauptstadt müssten sich sowohl die infrastrukturellen als auch die politischen Gegebenheiten grundlegend ändern. Fünf Monate vor der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2008, um deren Ausrichtung sich neben Peking auch Toronto, Paris, Istanbul und Osaka bewerben, soll das IOC stärkeren Druck auf die kommunistische Regierung in China ausüben, um die Freilassung inhaftierter Dissidenten zu erreichen. Die Chancen auf ein Treffen mit dem IOC werden aber als minimal eingeschätzt.

Die 16-köpfige Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees soll Peking in bester Verfassung antreffen. Die politische Führung arbeitet seit Monaten peinlich genau an Pekings sauberem Image. Mehr als eine Million Bürger verpassten der Stadt einen neuen Anstrich und befreiten die Straßen vom Müll. Ein Regierungssprecher: "Wir sind bereit, die Inspektoren überall hinzuführen, wohin sie wollen."

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