Sport : Olympia-Bewerbung: "Jetzt sind mal die anderen dran"

Herr Vesper[Berlin will sich um die Olympischen S]

Michael Vesper (49) ist Mitglied der Grünen und seit Juni 2000 Sportminister in Nordrhein-Westfalen.

Herr Vesper, Berlin will sich um die Olympischen Spiele 2012 bewerben. Da werden Sie mit dem Ruhrgebiet wohl wieder für die Hauptstadt zurücktreten müssen, oder?

Nein. Wir haben schon einmal für die Berliner Bewerbung 2000 zurückgezogen. Damals hat die Stadt ihre Bewerbung dramatisch in den märkischen Sand gesetzt. Abgesehen davon gab es in Deutschland schon Olympische Spiele in Berlin und München. Jetzt sind mal die anderen dran.

Aber Berlin ist Hauptstadt, weltweit bekannte Metropole. Wer kennt schon Dortmund?

Olympische Spiele müssen nicht in Hauptstädten stattfinden, nehmen Sie nur Sydney oder Barcelona. An Rhein und Ruhr wohnen zehn Millionen Menschen, wir haben die Infrastruktur einer Weltstadt. Wenn Sie aus dem Weltraum auf die Erde schauen, erkennen Sie das Ruhrgebiet mit bloßem Auge.

Was haben Sie denn sportlich vorzuweisen?

Die modernsten Hallen und Stadien in Deutschland: die Kölnarena für Basketball, die Dortmunder Westfalenhalle für Handball, dazu die neuen Fußballstadien in Gelsenkirchen und Dortmund, eine Kanustrecke in Duisburg. Wo sonst finden sie 16 Großsporthallen auf so engem Raum?

Die Wirtschaft will Berlins Bewerbung unterstützen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Wir haben den 100 größten Unternehmen unser Konzept vorgestellt. Ich kann Ihnen versichern, dass das gesamte ökonomische Potenzial Nordrhein-Westfalens hinter uns steht. Bei der Politik ist es nicht anders, der Landtag unterstützt unser Konzept einstimmig. In Berlin scheint mir die Olympia-Bewerbung eher ein Wahlkampfhit zu sein. DSB-Präsident Manfred von Richthofen hat ja darauf hingewiesen, dass es um die Finanzen der Stadt nicht zum Besten bestellt ist.

Herr Vesper, mit welchem Markenzeichen wollen Sie sich international durchsetzen?

Wir werden die ökologischsten Spiele der Neuzeit veranstalten. Alle Sportstätten sind mit Bus und Bahn erreichbar. Wichtig ist auch Nachhaltigkeit. Nach den Spielen wird keine Sportstätte abgerissen. Wir haben eine sehr sportbegeisterte Bevölkerung.

Das behaupten alle ...

Waren Sie mal in der Arena Auf Schalke? Da ist immer tolle Stimmung. Dabei haben die Schalker zuletzt gar nicht so gut gespielt. Aber auch das wird sich bis 2012 ändern.

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