Olympia-Bewerbung : NOK: "Metropolen im Vorteil"

Nach der Wahl des Gastgebers der Olympischen Spiele 2012 lebt die Diskussion um mögliche deutsche Olympia-Bewerbungen wieder auf.

Hamburg (06.07.2005, 14:46 Uhr) - «In den nächsten Monaten werden wir uns im NOK zusammensetzen und überlegen, wie es mit deutschen Bewerbungen weitergehen soll», erklärte Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Aus der Wahl in Singapur habe das NOK viel gelernt: «Beispielsweise, dass Metropolen im Vorteil sind.» Das NOK war mit seinem Bewerber Leipzig bereits im Mai vergangenen Jahres in der IOC-Vorausscheidung durchgefallen.

Trotz der Vergabe der Spiele in sieben Jahren an eine europäische Stadt hat Hamburg eine Bewerbung für 2016 angekündigt. Die Hansestadt, in der deutschen Ausscheidung für 2012 Leipzig unterlegen, will als olympischer Dauerwerber notfalls auch 2020, 2024 und 2028 kandidieren. Allerdings denken auch Berlin über eine Kandidatur für Sommerspiele und München über die Bewerbung um die Winterspiele 2018 nach.

Der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, hält eine deutsche Bewerbung für 2016 für «illusorisch». Im «Deutschlandradio» sagte von Richthofen: «Das Nationale Olympische Komitee muss sich umgehend zusammensetzen und ernsthaft mit einer Wintersport-Bewerbung beschäftigen.» Das deutsche IOC-Mitglied Thomas Bach rät auf jeden Fall von «einer Doppelbewerbung für Sommer- und Winterspiele ab».

Steinbach kündigte zugleich an, dass die zum Zweck möglicher deutscher Olympia-Bewerbungen eingerichtete Arbeitsgruppe zu klären hat, ob und zu welchem Zeitpunkt sich Deutschland für Sommerspiele, Winterspiele oder beides bewerben soll. «Die Entscheidung für eine erneute deutsche Bewerbung hängt auch davon ab, ob das Land geschlossen hinter den möglichen Kandidaten steht, ob Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Medien diese in einem nationalen Schulterschluss unterstützen», sagte Steinbach. (tso)

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