Olympia : Duell um Sommerspiele 2016 eröffnet

Insgesamt sieben Städte aus vier Kontinenten haben sich um die Austragung der Sommerspiele 2016 beworben. Die besten Chancen werden Chicago und Tokio eingeräumt; aber auch Rio de Janeiro hat Außenseiterchancen.

Sven Busch[dpa]

HamburgDas Wettbieten um Olympia 2016 ist eröffnet: Sieben Städte aus vier Kontinenten, angeführt von den Favoriten Chicago und Tokio, kämpfen um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2016. Den restlichen Kandidaten Rio de Janeiro, Madrid, Prag und den beiden mit Öl-Milliarden geförderten Bewerbungen von Doha/Katar und Baku/Aserbaidschan werden bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte sich bereits vor sieben Wochen gegen eine deutsche Bewerbung für das Sommer-Spektakel in neun Jahren ausgesprochen und sich für die aussichtsreichere Variante Winterspiele 2018 in München entschieden.

Am 2. Oktober 2009 werden die Spiele 2016 im Rahmen der IOC-Vollversammlung in Kopenhagen vergeben. Im Juni 2008 wird die IOC-Exekutive eine Vorauswahl vornehmen. An dieser ersten Hürde war zum Beispiel Leipzig bei seinen Ambitionen auf Olympia 2012 gescheitert. London erhielt schließlich den Zuschlag. Nach den Spielen in der englischen Hauptstadt spricht 2016 viel für Chicago, das mit einem kompakten Konzept in der nationalen Ausscheidung sogar Los Angeles und San Francisco besiegt hat. Zudem hat die Metropole am Michigan-See in Peter Ueberroth, Billy Payne und Mitt Romney gleich drei ehemalige "Olympia-Macher" im Bewerbungs-Komitee.

Rio: Erhebliche Mängel bei Panamerikanischen Spielen

Während Chicago das Sommer-Festival unter den olympischen Ringen erstmals seit den Spielen 1996 in Atlanta wieder in die USA holen will, hofft Japan auf den zweiten Zuschlag nach 1964 - ob die IOC-Mitglieder nur acht Jahre nach Olympia 2008 in Peking schon wieder für einen asiatisches Land votieren, scheint aber zweifelhaft. Madrid und Prag dürften ihre Kandidatur eher als Probelauf für 2020 betrachten. Der arabische Neuling Doha, der 2006 die Asien-Spiele organisierte, und Baku stehen für neue Märkte.

Auch Rio wäre aus geopolitischen Gründen eine interessante Wahl - einen südamerikanischen Olympia-Gastgeber hat es noch nie gegeben. Allerdings waren die Panamerikanischen Spiele vor knapp zwei Monaten alles andere als eine Empfehlung. Erhebliche Mängel bei einigen Sportstätten und organisatorische Probleme am Flughafen und im Pressezentrum waren keine Werbung in eigener Sache.

0 Kommentare

Neuester Kommentar