Olympia-Entscheidung im Slalom : Marcel Hirscher fordert Felix Neureuther

Marcel Hirscher und Felix Neureuther mögen sich, sie duellieren sich, sie treiben sich zu Höchstleistungen. Ob das auch im Slalom am Samstag, dem letzten alpinen Wettbewerb dieser Winterspiele, der Fall sein wird?

Stefan Sigwarth
Felix Neureuther und Marcel Hirscher (r.) kommen gut miteinander aus. Foto: Imago
Felix Neureuther und Marcel Hirscher (r.) kommen gut miteinander aus.Foto: Imago

Auch Marcel Hirscher war sofort in Sorge, denn was ist ein Duell ohne Gegner? „Was machst du für Sachen?! Sieh zu, dass du rasch fit wirst. Ich drücke dir die Daumen!!! Alles Beste, freue mich auf dich“, schrieb Österreichs Slalom-Spezialist an Deutschlands Slalom-Spezialisten Felix Neureuther, nachdem der mit seinem Auto auf dem Weg zum Flug nach Sotschi einen Unfall gebaut hatte. Die beiden mögen sich, sie duellieren sich, sie treiben sich zu Höchstleistungen. Ob das auch beim letzten alpinen Wettbewerb dieser Winterspiele der Fall sein wird, dem Slalom (erster Lauf 13.45 Uhr, zweiter Lauf 17.15 Uhr - beide im Live-Ticker bei Tagesspiegel.de)?

Jeder könne gewinnen, sagt Hirscher. „Die Bedingungen hier sind sehr speziell, und auch diese Spiele sind sehr speziell.“ Nach hohen Temperaturen, Regentagen, Neuschnee und Nachtfrost sind die Pisten „wie bei uns im Mai. Nur dass die Skigebiete dann schon zusperren.“ Das, sagt der 24-Jährige, „das ist nicht meine liebste Art von Schnee“.

Darauf gilt es sich einzustellen – und auch auf das Flutlicht in Rosa Chutor. Sprich: Die Stangen werfen Schatten. „Das kann dann speziell im ersten Durchgang schon zäh werden, wenn die Dunkelheit noch nicht ganz eingebrochen ist.“ Und warum? „Wenn eine blaue Stange auf einer Kuppe steht, und im Hintergrund ist’s schwarz, verliert man leicht den Fokus, und, wupp, siehst du die Stange nicht mehr. Dann ist sie auf einmal wieder da, aber da bist du schon ausgefallen.“

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Also wird er mögliche Brillengläser testen, welche den meisten Kontrast bieten „Stirnlampen dürfen wir ja leider nicht verwenden“, sagt Hirscher und lacht. Aber er sieht noch mehr Probleme. Denn „der Hang geht vom Start gleich ganz steil weg, das ist keine einfache Geschichte, in den Lauf reinzukommen“. Generell erwartet er auf dem „sehr anspruchsvollen Hang“ ein „Spiel zwischen Gas und Bremse“.

Den Frauen-Slalom am Freitag nutzte er als Anschauungsunterricht für das, was ihn da erwartet, zudem hat Hirschers Team jede Menge Informationen von Serviceleuten eingeholt, um Kantenwinkel und -schliff, Schuhe, knifflige Stellen in der Piste und mögliche Kurssetzungen besser einschätzen zu können. Aber vor allem hofft Hirscher, dass sein Freund Felix Neureuther wieder ganz fit ist: „Er hat einen sehr positiven Eindruck gemacht – aber leider auch sehr viel Erfahrung mit Verletzungen.“

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