Olympia : Enttäuschungen im Biathlon und Langlauf

Ohne Medaille blieben die deutschen Biathletinnen im 7,5-Kilometer-Sprint und die Langläuferinnen im Klassikrennen über 10 Kilometer.

Turin - Der erste Dopingfall der Spiele betrifft die Biathletin Olga Pylewa. Die Russin wurde nach ihrem zweiten Platz über 15 Kilometer am Montag positiv auf ein Stimulanzmittel getestet.

Zur ersten Doppelsiegerin in Turin krönte sich die Estin Kristina Smigun, die nach der Doppelverfolgung auch den 10-km-Langlauf im klassischen Stil gewann. Biathlon-Gold im 7,5-km-Sprint holte sich überraschend die Französin Florence Baverel-Robert. Erster Olympiasieger im Snowboardcross wurde der Amerikaner Seth Wescott. Nach 30 von 84 Entscheidungen belegt die deutsche Mannschaft in der Medaillenwertung mit vier Mal Gold, drei Mal Silber und zwei Mal Bronze gemeinsam mit Russland Platz zwei hinter den USA (6/2/1). Hinzu dürfte Silber für Biathletin Martina Glagow kommen, die bei einer Disqualifikation Pylewas über 15 km einen Platz aufrückt.

Auf der letzten Staffel-Runde gaben die deutschen Kombinierer das schon sicher scheinende erste Olympia-Gold im Team-Wettbewerb seit 1988 noch aus der Hand. Kircheisen und Hettich hatten den Vorsprung von zehn Sekunden nach dem Springen vor Österreich auf 47 ausgebaut, als Ackermann auf der dritten Schleife im Duell mit Felix Gottwald Meter um Meter verlor. Schlussläufer Gaiser konnte am letzten Anstieg die Attacke des Österreichers Mario Stecher nicht mehr parieren. Bronze ging an Finnland.

Eine falsche Startnummernwahl kostete die Biathletinnen im dichten Schneetreiben einen weiteren Platz auf dem Siegerpodest. Kati Wilhelm, die sich ebenso wie ihre Teamkolleginnen für die erste Gruppe hatte auslosen lassen, belegte als Beste den siebten Platz. Auch Glagow als 17., Katrin Apel auf Rang 22 und die drei Scheiben verfehlende Uschi Disl als 34. konnten nicht in die Entscheidung eingreifen. Hinter Baverel-Robert belegten die Schwedin Anna Carin Olofsson und Lilia Efremowa aus der Ukraine die Plätze zwei und drei.

Die deutschen Langläuferinnen waren auch in ihrem dritten Rennen in Turin vom erhofften olympischen Edelmetall weit entfernt. Viola Bauer schaffte über 10 Kilometer als Zehnte immerhin den Sprung in die Top Ten. Mit einem Rückstand von 1:40,2 Minuten auf die Siegerin belegte Claudia Künzel im ungeliebten klassischen Stil nur den 17. Platz. Evi Sachenbacher-Stehle musste sich mit Rang 20 begnügen. Hinter der zum zweiten Mal siegreichen Estin Smigun gewannen die Norwegerinnen Marit Björgen und Hilde G. Pedersen Silber und Bronze.

Bei der olympischen Premiere im Snowboardcross spielten die deutschen Teilnehmer keine Rolle. Michael Layer und David Speiser schieden im Achtelfinale aus, Alex Kupprion war bereits in der Qualifikation gescheitert. (Von Jörg Obergethmann, dpa)

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