Sport : Olympia im Schlamm

Kritik an den Baustellen, Lob für Wettkampfstätten

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Turin - Bauschutt, Transportprobleme, zu wenig Zuschauer: Nach dem ersten Olympia-Wochenende beklagen Sportler, Betreuer und Funktionäre lautstark Organisationsmängel, loben aber auch die freundlichen Helfer an den Wettkampfstätten. „Es gibt wie immer bei Olympischen Spielen Probleme, die es zu beseitigen gilt. Wir wollen so viele Probleme aus dem Weg räumen wie möglich, aber wir müssen auch die Athleten darauf einstellen, dass es Probleme gibt, die nicht gelöst werden können“, sagte Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees.

Steinbach ist sich jedoch sicher, dass sich die Sportler auf Probleme einstellen können: „Das machen unsere Athleten hoch professionell. Wenn ein Stein im Weg liegt, muss man auch mal zur Seite gehen.“ Harsche Kritik äußerte Biathlon- Bundestrainer Uwe Müßiggang. „Man sieht an allen Ecken und Enden, dass die Italiener nicht fertig geworden sind. Sie haben bis zum Ende hin gearbeitet“, meinte er. „Es sind drumherum die schlechtesten Bedingungen, seit ich bei Olympia mit dabei bin.“ Die Wettkampfstätten, betonte Müßiggang hingegen, seien absolut vom Besten. Auch bei der Eröffnungsfeier habe alles geklappt. „Wir mussten nicht lange im Kalten herumstehen, sondern durften in der Eishalle warten.“ Auch der Fahrdienst für die Medaillengewinner vom Biathlon aus den Bergen hinunter nach Turin zur Piazza Castello funktionierte reibungslos.

Einen Kampf gegen Schmutz und Schlamm führen die Athleten an der Bob-, Rodel- und Skeletonbahn in Cesana. Erst nach heftigen Protesten der Jury des Weltverbandes für Bob und Skeleton wurde die Bahn gereinigt. „Man muss halt immer durch den Matsch laufen“, sagte Rodel- Olympiasieger Alexander Resch. Viele Gebäude am Rande der über 65 Millionen Euro teuren Bahn sind nicht fertig geworden und stehen als Bauruinen an der Bahn.

Während auch die Unterkünfte kaum auf Kritik stoßen, trübt der Bauschutt oft den Gesamteindruck. Der deutsche Alpinchef Walter Vogel trägt es mit Humor: „Das hier ist eine gute Lebensschule für unsere Athleten. Da wissen sie, wie es aussieht, wenn sie später mal ein Haus bauen.“ dpa

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